Angehörige von Drittstaaten, die häufig in die EU reisen, sollen in Zukunft die Grenzkontrollen schneller passieren können. EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström hat hierfür am Donnerstag (28. Februar) das Programm „Smart Borders“ vorgestellt.
Automatische Grenzkontrollen
Um den Vielreisenden die Grenzüberschreitungen zu vereinfachen, werden automatische Grenzkontrollen an allen 1.800 Grenzübergängen im Schengenraum eingerichtet. Reisende, die schon im Vorfeld überprüft wurden, können das System freiwillig nutzen. Die Anzahl der Reisenden, die "Smart Borders" nutzen werden, wird auf fünf Millionen pro Jahr geschätzt.
Malmström erklärte, dass Reisende im Vorfeld überprüft werden und einen Nachweis in Form einer maschinenlesbaren Karte erhalten. Mit dieser Karte passieren sie die automatischen Kontrollpunkte. So können die Reisenden in wenigen Sekunden hindurchgehen.
Grüne lehnen Gesetzespaket ab
"EU-Ausländer müssen sich nicht nur bei Ein- und Ausreise mit allen zehn Fingerabdrücken registrieren lassen, sondern auch bei Polizei- und Ausweiskontrollen innerhalb der EU. Das alles geht weit über das bisherige Maß an Grenzkontrollen in den Mitgliedsstaaten hinaus", sagte Ska Keller, migrations- und grenzpolitische Sprecherin der Grünen/EFA im EU-Parlament.
Zusätzliche Datenbank
"Die Datenbank soll so eingerichtet werden, dass der Polizeizugriff bei Ermittlungen darauf später möglich ist. EU-Ausländer werden damit in eine Ecke mit Verbrechern gestellt", kommentierte Keller das Vorhaben.
Artikel von EURACTIV.com (Brüssel): EU unveils e-border scheme amid ‚Big Brother‘ warnings (28. Februar 2013)
Übersetzung: Othmara Glas
Links
EU-Kommission: "Intelligente Grenzen": Mehr Mobilität und Sicherheit (28. Februar 2013)
Cecilia Malmström: ‚Smart borders‘: better mobility & security (28. Februar 2013)
Grüne/EFA: "Smart Borders": Kein Big Brother an Europas Grenzen (28. Februar 2013)

