In Deutschland zweifeln die Verbraucher an der gelungenen Umsetzung der Energiewende. Mehr als jeder Zweite befürchtet höhere Energiepreise. Die Ziele werden jedoch überwiegend befürwortet.
Verbraucher kritisieren die Umsetzung der Energiewende. Zwei Jahre nach dem endgültigen Beschluss zum Atomausstieg zeigen sie sich insbesondere besorgt über steigende Energiepreise. Dies geht aus einer am Montag (12. August) vorgestellten Umfrage hervor. Die Studie führte das Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) durch.
Dennoch spricht sich die große Mehrheit der Verbraucher (82 Prozent) für die Energiewende aus. Das Ergebnis der Studie sei ein Warnschuss für Parteien, die zur Atomkraft zurückkehren wollten, sagte Gerd Billen, Vorstand des vzbv. Für mehr als zwei Drittel (69 Prozent) der Befragten überwiegen die Vorteile: An erster Stelle nennen die Verbraucher Klima- und Umweltschutz allgemein (38 Prozent) sowie mehr Sicherheit durch den Atomausstieg (23 Prozent). Als Manko geben sie neben den steigenden Energiepreisen (52 Prozent) auch eine Verschandelung der Landschaft (11 Prozent) an.
Kosteneffizientere Umsetzung
Die Akzeptanz in der Bevölkerung sei sehr wichtig, erklärte Billen. "Die Verbraucher bezahlen für die Energiewende, dürfen aber nicht mitentscheiden." Die Politik stehe in der Pflicht, Verbraucherinteressen stärker zu berücksichtigen. Die Energiewende sei keine Frage der Zustimmung oder Ablehnung. Es gehe vor allem um eine kosteneffiziente Umsetzung.
Vorgehen müsse man also auch gegen eine ungerechte Kostenverteilung zwischen Verbrauchern und bestimmten Unternehmen oder Industriezweigen, so Billen. Wer einen Nutzen aus der Energiewende ziehe, solle sich auch ausnahmslos an den Kosten beteiligen.
Energiewende als Gemeinschaftswerk
Billen fordert eine bessere Koordination und Planung der Energiewende, sowie die Einigung von Bund und Ländern. Es gebe viele Akteure, die scheinbar ihre Einzelinteressen vor das Allgemeinwohl stellen. Dies werde von den Verbrauchern nicht als zielführend angesehen. Die Energiewende sei ein Gemeinschaftswerk, das Verlässlichkeit brauche.
mwa
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