Portugals Präsident: Impfprozesse in der EU bisher „nicht gut gelaufen“

Portugals Präsident Marcelo Rebelo de Sousa im Parlament in Lissabon, am 9. März 2021. [EPA-EFE/MARIO CRUZ]

Die europäischen Impfprozesse sind bisher „nicht gut gelaufen“, räumte Portugals Präsident Marcelo Rebelo de Sousa gestern ein. Er kritisierte, die EU müsse mehr als „eine Summe der Egoismen einzelner Länder“ sein.

„Was die Versorgung mit Impfstoffen angeht, ist es nicht gut gelaufen. Es gab keine Produktions- und Lieferkapazitäten, die tatsächlich dem entsprachen, was vorher vertraglich vereinbart war,“ sagte Rebelo de Sousa.

„Auch die Haltung der verschiedenen Länder zur Aussetzung der Impfung [mit dem Stoff von Astrazeneca] war nicht gut. Die Europäische Union ist eine Union und nicht die Summe der Egoismen einzelner Länder. Es ist daher schlichtweg falsch, wenn jedes Land für sich die Entscheidung trifft, Impfungen auszusetzen oder nicht auszusetzen,“ kritisierte er, ohne dabei namentlich ein bestimmtes Mitgliedsland zu nennen.

In Bezug auf Portugal betonte de Sousa, es sei weiterhin „das grundsätzliche Ziel, etwa 70 Prozent der portugiesischen Bevölkerung bis Ende August oder Anfang September geimpft zu haben“. Dafür müsse es aber ausreichend Impfstoffe geben, „und das Tempo der Impfung muss intensiv sein“, fügte er hinzu.

Am Dienstag hatte Vizeadmiral Henrique Gouveia e Melo, der Leiter der portugiesischen Impfkampagne, auf ein zunehmende Tempo bei der Impfstoffverabreichung hingewiesen. Auch er bekräftigte, dass das Ziel, 70 Prozent der Bevölkerung bis zum Ende des Sommers zumindest mit der ersten Dosis zu impfen, bestehen bleibe.

„Das Tempo wird im zweiten Quartal des Jahres einen Durchschnitt von 95.000 bis 100.000 Impfungen pro Tag erreichen,“ versprach er. Im April könnten demnach 60.000 Dosen pro Tag verabreicht werden; im Mai und Juni sollen es dann aber mehr als 100.000 sein.

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