Portugal und Frankreich schließen alle Schulen

Eine geschlossene Schule in Frankreich. In Deutschland haben bislang nur vereinzelte Schulen dicht gemacht. [Guillaume Horcajuelo/ epa]

Nach Italien greifen nun auch Frankreich und Portugal zu weitreichenden Maßnahmen gegen die Virus-Epidemie. Schulen werden geschlossen, Arbeiter nach Hause geschickt. Auch in Deutschland steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Schulen geschlossen werden.

Kindertagesstätten, Schulen und Universitäten sind ab Montag geschlossen, wie Präsident Emmanuel Macron am Donnerstagabend in einer Fernsehansprache ankündigte. Er sprach von der größten Gesundheitskrise des Landes seit einem Jahrhundert. Zugleich stellte Macron Hilfen für die heimische Wirtschaft und international koordinierte Schritte in Aussicht. Er werde mit den europäischen Partnern an einem großen Paket arbeiten, mit dem der Konjunktur wieder auf die Beine geholfen werden soll. “Was immer es kosten wird”, fügte er hinzu.

Er rief die heimischen Unternehmen dazu auf, Beschäftigte nach Möglichkeit von Zuhause aus arbeiten zu lassen. Um die wirtschaftlichen Schäden der Epidemie abzumildern, werde der Staat die Zahlung von Gehältern übernehmen, wenn die Beschäftigten nicht mehr ihre Arbeit verrichten können. Firmen bräuchten die im März fälligen Steuern nicht zu bezahlen.

Macron ergänzte, Grenzschließungen werde es nur geben, wenn diese unbedingt erforderlich seien. In Frankreich gab das Gesundheitsministerium die Zahl der bestätigten Infektionen mit 2876 und die der Todesfälle mit 61 an.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich erstmal öffentlich zur Corona-Epidemie geäußert. Deutschland sei Dank großer finanzieller Rücklagen und guter Notfallmechanismen gut gegen den Coronavirus gerüstet, sagte sie. Dennoch werde man „tun, was nötig ist“.

Auch Portugal schließt alle Schulen. In dem Land gibt es bislang 78 bestätigte Fälle von Infektionen mit dem Virus. Alle Veranstaltungen mit mehr als tausend Teilnehmern in geschlossenen Räumen und mehr als 5000 Teilnehmern in offenen Räumen wurden bereits untersagt. Wie Ministerpräsident António Costa am Donnerstagabend mitteilte, beginnen die Schulschließungen am Montag und dauern bis zum Osterwochenende. Der eigentlich für 30. März geplante Beginn der Osterferien wird damit um zwei Wochen vorgezogen.

In Deutschland werden flächendeckende Schulschließungen ebenfalls wahrscheinlicher. Bayern will nach Angaben von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) noch am Freitag über die Schließung von Schulen und Kitas entscheiden. „Viele Länder überlegen Gleiches“, sagte Söder am Donnerstagabend nach einem Treffen der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Bislang sind Schulen in Deutschland wegen des Coronavirus nur in einzelnen Fällen geschlossen. Bislang sind hierzulande 2369 Ansteckungen festgestellt worden, es hat fünf Todesfälle gegeben. Bundesweite Schulschließungen wurden hierzulande bislang nicht beschlossen.

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