Pferdefleischskandal: „Lebensmittelsicherheit nicht betroffen“

Die Ergebnisse der großen DNA-Untersuchung von Rindfleisch im Zuge des Pferdefleischskandals bestätigten, dass es um Lebensmittelbetrug geht, die Lebensmittelsicherheit aber nicht betroffen ist, meint EU-Kommissiar Tonio Borg. Foto: EC

Die Ergebnisse EU-weiter Tests von Rindfleisch nach dem Pferdefleischskandal liegen vor. Laut EU-Kommission belegen die Ergebnisse, dass die Lebensmittelsicherheit nicht betroffen ist.

Die EU-Kommission hat am Dienstag (16. April) die Ergebnisse EU-weiter Tests veröffentlicht, die nach dem Pferdefleischskandal im vergangenen Monat zum Nachweis von Pferde-DNA und dem Medikament Phenylbutazon, kurz Bute, durchgeführt wurden.

Demnach enthielten weniger als fünf Prozent der untersuchten Produkte, die als Rindfleisch deklariert waren, Pferde-DNA. Rund 0,5 Prozent des geprüften Pferdefleischs waren mit Bute kontaminiert. In Deutschland wurde kein mit Bute kontaminiertes Pferdefleisch gefunden. Pferde-DNA konnte in Deutschland in 29 von insgesamt 878 Proben nachgewiesen werden.

"Die heute veröffentlichten Ergebnisse bestätigen, dass es hier um Lebensmittelbetrug geht, die Lebensmittelsicherheit aber nicht betroffen ist", erklärte der für Gesundheit und Verbraucher zuständige EU-Kommissar Tonio Borg. "Entscheidend ist für die europäische Wirtschaft jetzt, dass wir nach diesem Betrugsskandal das Vertrauen der europäischen Verbraucher und Handelspartner in unsere Lebensmittelkette wiederherstellen; schließlich ist die Lebensmittelindustrie der größte Wirtschaftssektor in der EU. In den kommenden Monaten wird die Kommission, ausgehend von den Lehren aus diesem Skandal, eine Verschärfung der Kontrollen entlang der gesamten Lebensmittelkette vorschlagen."

Die zuständigen Behörden in den 27 EU-Mitgliedsstaaten führten insgesamt 7.259 Tests durch, davon 4.144 auf Pferde-DNA und 3.115 auf Phenylbutazon. Von dieser Gesamtzahl waren 193 Tests (4,66 Prozent) positiv, zeigten also Spuren von Pferde-DNA, bei 16 (0,51 Prozent) wurden Spuren von Bute festgestellt. Die wenigen positiven Pferde-DNA-Proben und der äußerst niedrige Anteil an Bute-Funden zeigen, dass nur ein geringer Teil der Gesamtproduktion in der EU betroffen ist.

Im Anschluss an die Präsentation der Ergebnisse für die Experten der Mitgliedsstaaten werden die EU-Kommission und diese Experten am 19. April erneut zusammenkommen. Sie werden unter anderem zu erörtern, ob der am 19. Februar 2013 beschlossene und von der EU koordinierte Kontrollplan verlängert werden sollte.

Ein in Vorbereitung befindlicher Vorschlag der Kommission zur Überarbeitung des EU-Rechtsrahmens für die Lebensmittelkette (das "Paket zur Tier- und Pflanzengesundheit") umfasst auch Vorschläge zur Verstärkung der amtlichen Kontrollen sowie zur Schaffung einer Rechtsgrundlage für – unter Berücksichtigung des Profits aus solchen Praktiken – abschreckende finanzielle Sanktionen für Betrüger.

dto

Links

EURACTIV Brüssel: EU tests show up to 5% horsemeat in beef products (17. April 2013)

EU-Kommission: Kommission veröffentlicht Ergebnisse der EU-Testkampagne auf Pferde-DNA und Phenylbutazon: Lebensmittelsicherheit nicht beeinträchtigt, aber künftig härtere Sanktionen für betrügerische Kennzeichnung (16. April 2013)

Abonnieren Sie unsere Newsletter

Abonnieren