Parlament fordert niedrigere Preise für neue Medikamente

Nach Angaben des Europäischen Parlaments machen die Ausgaben der Mitgliedstaaten für Arneimittel mehr als 20 Prozent der durchschnittlichen Gesamtkosten im Gesundheitswesen aus. [StockMonkeys.com]

Das EU-Parlament hat niedrigere Preise für neue Medikamente gefordert.

Neue Arzneimittel seien in den vergangenen Jahrzehnten so teuer geworden, dass „der Zugriff für zahlreiche Bürger Europas“ darauf „eingeschränkt“ sei, hieß es in einem am Donnerstag verabschiedeten Bericht. Patente sahen die Abgeordneten dabei als Hauptursache.

Alternative Generika, also Nachahmerprodukte mit dem gleichen Wirkstoff wie das patentierte Original, würden etwa durch langwierige Rechtsstreitigkeiten verzögert. Schon durch geringfügige Änderungen sei es möglich, ein Patent zu verlängern und günstigere vergleichbare Präparate von anderen Herstellern zu verhindern. Diese Praktiken könnten durch gemeinsame Kriterien für den „zusätzlichen therapeutischen Wert von Medikamenten“ eingedämmt werden,
schlagen die Abgeordneten unter anderem vor.

Studie zu neuen Medikamenten: "Mondpreise" für viel Nutzloses

Die Preise steigen, der Vorteil aber fehlt oft: Jedes dritte neue Medikament hat keinen Zusatznutzen gegenüber Arzneien, die bereits auf dem Markt sind, zeigt eine Untersuchung.

Die unterschiedliche Preispolitik in den einzelnen Mitgliedstaaten mache einige Medikamente für Patienten unerschwinglich, teilweise entstünden Engpässe. Darüber hinaus gebe es zu wenig Transparenz über die Kosten für die Forschung und Entwicklung neuer Medikamente und den Anteil öffentlicher Fördergelder.

In dem Papier forderten die Abgeordneten die Kommission dazu auf, Reformvorschläge für eine Behebung der Missstände vorzulegen. Nach Angaben des Europäischen Parlaments machen die Ausgaben der Mitgliedstaaten für Arneimittel mehr als 20 Prozent der durchschnittlichen Gesamtkosten im Gesundheitswesen aus.

Preisbindung für verschreibungspflichtige Medikamente fällt

Mit einem weiteren Urteil hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) eine gewichtige Entscheidung für europäische Verbraucher getroffen – er hat die deutsche Preisbindung für verschreibungspflichtige Medikamente gekippt.

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