Die EU-Kommission will ihre Programme zur Lieferung von Obst, Gemüse, Milch und Milchprodukten an Kindergärten und Schulen weiter ausbauen. Die Online-Konsultation läuft noch bis Mitte April.
Die EU-Kommission hat 2009 ein Programm gestartet, um Schüler europaweit mit Obst und Gemüse zu versorgen. Die Kommission ist überzeugt vom Erfolg des Programms und will es nun weiter ausbauen. Noch bis zum 22. April 2013 können sich interessierte Bürger, Organisationen und öffentliche Behörden an der Online-Konsultation zum Schulobst- und das Schulmilchprogramm der EU beteiligen.
Beim Treffen des Rates für Landwirtschaft und Fischerei Ende Januar präsentierte die Kommission die Auswertung der ersten drei Jahre des EU-Schulobstprogrammes. Demnach habe das Programm von 2010 bis 2011 etwa acht Millionen Kinder und 54.000 Schulen erreicht. Kurzzeitstudien hätten gezeigt, dass die erreichten Schüler mehr Obst und Gemüse gegessen haben. Falls das Programm fortgeführt wird, könnte das die Ernährungsgewohnheiten langfristig ändern, hofft die Kommission.
Gegen Übergewicht und Fettleibigkeit
Die EU-weiten Programme versorgen Schüler mit Obst und Gemüse sowie Milch und Milchprodukten. Begleitet wird die Verteilung von Kampagnen, die über die gesundheitlichen Vorteile aufklären und einen praktischen Bezug zur Landwirtschaft herstellen, zum Beispiel durch den Besuch eines Bauernhofes.
Mit dem EU-Programm soll in erster Linie die Volkskrankheit Übergewicht und Fettleibigkeit bekämpft werden. 22 Millionen Kinder in der EU sind übergewichtig, 5,1 Millionen sogar fettleibig (adipös) – Tendenz steigend. Das Programm versorgt Kindergärten bis hin zu Schülern der Sekundarstufe. Insbesondere Kinder von sechs bis zehn Jahren und Kinder aus den unteren Einkommensschichten würden von den Programmen profitieren, so die Kommission.
Europaweit erhielten Kindergärten und Schulen insgesamt 43.000 Tonnen Obst und Gemüse und 300.000 Tonnen Milch und Milchprodukte. Die EU subventioniert die Programme bis zu 50 Prozent, sogar bis zu 75 Prozent in ärmeren Regionen der EU. Der Rest wird von den Mitgliedsstaaten oder privaten Beteiligungen finanziert. Momentan nehmen 24 Mitgliedsstaaten, darunter Deutschland, daran teil.
EU-Schulobstprogramm in Deutschland
In Deutschland sind die Länder für die Durchführung des Programms zuständig. Sieben Bundesländer nehmen daran teil. Deutschland stehen nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums davon pro Schuljahr 12.488.300 Euro zur Verfügung. Ergänzt wird das Programm durch die allein von den Mitgliedstaaten zu finanzierenden vorgeschriebenen begleitenden Maßnahmen, wie zum Beispiel Informationsmaterialien, Unterrichtseinheiten, Besuche auf dem Bauernhof oder bei Obstanbaubetrieben.
Die teilnehmenden Länder müssen ihre regionalen Strategien über den Bund bei der Kommission einreichen. Diese Strategie muss Angaben enthalten über Budget, Zielgruppen, Zeitraum, förderungswürdige Produkte und die geplanten flankierenden Maßnahmen. Die Strategien der teilnehmenden Bundesländer gibt es hier:
– Baden-Württemberg
– Bayern
– Nordrhein-Westfalen
– Rheinland-Pfalz
– Saarland
– Sachsen-Anhalt
– Thüringen
EURACTIV.de
Links
EU-Kommission: Online-Fragebogen zum EU-Schulobstprogramm
EU-Kommission: Konsultation zu Schulobst- und Schulmilchprogramm (28. Januar 2013)
Rat: EU School Fruit Scheme a success (28. Januar 2013)
BMELV: Das EU-Schulobstprogramm
