Mehrheit in Polen gegen Impfstoffe aus Russland und China

Polens Präsident Andrzej Duda hatte mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping über den möglichen Einkauf eines Anti-Coronavirus-Impfstoffs aus China gesprochen. EPA-EFE/Hanna Bardo

Die große Mehrheit der polnischen Bevölkerung will offenbar nicht, dass die Regierung Impfstoffe aus China oder Russland kauft, so die Ergebnisse einer am Samstag veröffentlichten Umfrage.

Während lediglich 19 Prozent der Befragten der Meinung sind, dass die Regierung den russischen Impfstoff kaufen sollte, würden sich 26 Prozent für den Kauf des chinesischen Impfstoffs aussprechen, so eine Umfrage des Meinungsforschungszentrums Pollster im Auftrag der Boulevardzeitung Super Express.

Der Virologe Wlodzimierz Gut betonte gegenüber Super Express hingegen, auch diese Impfstoffe dürften wohl „den internationalen Anforderungen entsprechen“ und basieren auf „den gleichen Faktoren“ wie die anderen Impfstoffe. Lediglich die Art und Weise, wie und wo sie bestellt werden, sei anders.

„Leider haben die Polinnen und Polen eine Russophobie. Hinzu kommen schlechte Erfahrungen mit Verkäufern, die oftmals die schlechtesten Produkte aus China importieren, darunter auch Medikamente,“ fügte er hinzu.

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Viel Skepsis

Laut einer anderen Umfrage der Zeitung Rzeczpospolita erklärten nur 6,8 Prozent der Befragten, dass sie bereit wären, den chinesischen Stoff geimpft zu bekommen, während 7,7 Prozent den russischen akzeptieren würden.

59,2 Prozent der Befragten gaben demnach an, dass sie keinen der beiden Impfstoffe erhalten wollen. 26,3 Prozent hatten (noch) keine Meinung zu dem Thema.

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hatte derweil am Donnerstag mit einer sogenannten rollierenden Überprüfung des russischen Impfstoffs Sputnik V begonnen. Es ist ein erster Schritt, um das Mittel EU-weit zuzulassen.

Polens Präsident Andrzej Duda hatte laut Berichten von Anfang März seinerseits mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping über den möglichen Einkauf eines Anti-Coronavirus-Impfstoffs aus China gesprochen.

Bislang ist Ungarn das einzige EU-Land, in dem der Impfstoff der chinesischen Firma Sinopharm zugelassen ist.

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