Lebensmittelsicherheit auf dem Prüfstand

Der Europäische Rechnungshof befasst sich mit Schadstoffen in Lebensmitteln. [Martin Abegglen/Flickr]

Der Europäische Rechnungshof prüft, ob die EU-Maßnahmen zur Lebensmittelsicherheit die Verbraucher tatsächlich angemessen schützen.

Glyphosat, Glufosinat, Bisphenol A und Döner-Verbote. Eine Debatte um sichere Lebensmittelstandards jagt die nächste. Das Vertrauen der Verbraucher in die EU-Regeln ist belastet. Ein guter Zeitpunkt, die entsprechende Politik genauer unter die Lupe zu nehmen. Dem nimmt sich der Europäische Rechnungshof (EuRH) nun an.

Die Prüfer wollen untersuchen, ob das von der EU angewandte Modell der Lebensmittelsicherheit auf einer soliden Grundlage beruht und die in der EU konsumierten Lebensmittel in der Praxis tatsächlich vor chemischen Gefahren schützt. Der Schwerpunkt wird dabei auf der Prüfung des Kontrollsystems für chemische Verfahren liegen. – also der Kontrolle von Giftstoffen, die natürlich vorkommen oder bei der Erzeugung oder Handhabung von Lebensmitteln zugefügt werden. Dabei handelt es sich beispielsweise um Reinigungsmittel, Pestizide und bestimmte Metalle.

„Eines der Hauptziele der EU besteht darin, dafür zu sorgen, dass unsere Lebensmittel sicher sind“, sagte Janusz Wojciechowski, das für die Prüfung zuständige EuRH-Mitglied. Die Prüfung soll nun den Verbrauchern besseren Einblick in die Funktionsweise des Modells der Lebensmittelsicherheit gewähren und das Vertrauen in die EU-Politik stärken. Ob das gelingen kann, hängt natürlich vom Ergebnis der Prüfung ab. Diese soll bis Ende des Jahres abgeschlossen werden.

Bisphenol A in unserem Essen

Selbst kleine Mengen der Chemikalie Bisphenol A können in das menschliche Hormonsystem eingreifen und zu dauerhaften Veränderungen führen. Dennoch bleibt die Substanz vorerst erlaubt, kritisiert Martin Häusling.

Begleitend hat der EuRH auch ein Hintergrundpapier veröffentlicht, in der das EU-Kontrollsystem erläutert wird. Es handelt sich dabei um einen integrierten Ansatz mit Maßnahmen, die sich auf alle Phasen der Nahrungsmittelkette, von den Futtermitteln, der Tiergesundheit, dem Pflanzenschutz und der Nahrungsmittelerzeugung über die Verarbeitung, die Lagerung, den Transport, die Einfuhr und Ausfuhr bis hin zum Einzelhandel erstrecken.

Der EuRH untersucht die Lebensmittelsicherheit in einer Reihe von Berichten, die sich mit verschiedenen Aspekten des umfassenden Kontrollsystems befassen. Bereits im vergangenen Jahr erschienen ist ein Bericht zu Lebensmittelverschwendung. Eine Untersuchung zum Tierschutz läuft gerade. In Planung ist zudem ein Bericht zu ökologischen produzierten Lebensmitteln.

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