Kabinett beschließt neue Einreiseverordnung

Jehns Spahn in der Bundespressekonferenz

Gesundheitsminister Jens Spahn versprach am Mittwoch eine merkliche Erleichterung beim Reisen in Deutschland. [EPA-EFE/Andreas Gora]

Im Zuge rückläufiger Corona-Zahlen erleichtert die Bundesregierung das Reisen in Europa. Das Bundeskabinett billigte am Mittwoch (12. Mai) die neue Einreiseverordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), die insbesondere Hürden für den Urlaub von Familien abbaut.

Eltern müssen demnach geimpft sein, Kinder hingegen nicht. Zusätzlich erleichtert werden soll das Reisen durch das neue digitale Impfzertifikat der Europäischen Union, der in
einigen Wochen eingeführt werden dürfte.

Geimpfte und Genesene brauchen mit der neuen Verordnung bei Einreisen keinen Test mehr und müssen sich auch nicht mehr in Quarantäne begeben. Dies gilt allerdings nicht bei der Ankunft aus einem Virusvariantengebiet.

Menschen, die nicht geimpft oder genesen sind, können sich der neuen Verordnung zufolge freitesten, wenn sie aus einem Risikogebiet einreisen. Dafür reicht ein Antigentest, der nicht älter ist als 48 Stunden ist – oder ein PCR-Test, der nicht älter als 72 Stunden ist. Bei Einreisen aus Ländern, die das Robert-Koch-Institut als Hochinzidenzgebiet einstuft, ist das Freitesten erst nach fünf Tagen möglich.

Für Flugreisende aus dem Ausland gilt weiter die bisherige Testpflicht, wie Spahn betonte. Der Test müsse vor dem Boarding vorgelegt werden. Die Verordnung ziele auf Impfstoffe ab, die in der EU zugelassen sind, sagte Spahn weiter. Ob auch andere Vakzine berücksichtigt werden sollen, müsse erst noch geprüft werden.

„Das ist eine ausgesprochen gute Nachricht und ein Signal der Zuversicht,“ erklärte der Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV), Norbert Fiebig, zur neuen Einreiseverordnung. „Das eröffnet Urlaubern und auch den Unternehmen der Reisewirtschaft wieder eine positive Perspektive.“ Auch diejenigen, die noch nicht geimpft sind, hätten nunmehr die Möglichkeit, ohne Quarantäne zu verreisen. „Dem Sommerurlaub am Mittelmeer, nach dem sich so viele Menschen sehnen, steht nichts mehr im Weg.“

Erleichtert werden soll das Reisen innerhalb der Europäischen Union durch das derzeit in Vorbereitung befindliche digitale Impfzertifikat. Er soll in einigen Wochen zur Verfügung stehen. Spahn bestätigte: „Wir starten in der zweiten Hälfte des zweiten Quartals.“ Diese beginnt Anfang kommender Woche und endet Ende Juni. Der Bundesgesundheitsminister zeigte sich derweil vom geplanten System überzeugt: Die EU setze mit dem digitalen Impfzertifikat einen „weltweiten Maßstab.“

Für den digitalen Impfnachweis soll es eine neue App geben, aber auch die bundesdeutsche Corona-App könne genutzt werden. Geimpfte, getestete und/oder wieder genesene Personen bekommen dabei einen entsprechenden QR-Code zugeteilt, der eingescannt werden kann. Wer noch vor dem Start des Systems geimpft wird, soll den entsprechenden QR-Code in ausgedruckter Form zugeschickt bekommen.

Melden Sie sich für "The Capitals" an

Vielen Dank für das Abonnieren des The Capitals Newsletters!
  • Mit EURACTIV immer auf dem Laufenden!

Subscribe to our newsletters

Subscribe