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22/01/2017

Geoblocking: EU eröffnet Verfahren gegen Disney & Co

Gesundheit und Verbraucherschutz

Geoblocking: EU eröffnet Verfahren gegen Disney & Co

Die EU hat ein Verfahren gegen namhafte Hollywood-Filmstudios und den Pay-TV Sender Sky UK wegen Geoblocking eingeleitet.

[Eva Luedin/Flickr]

Die EU geht gegen amerikanische Filmstudios und den TV-Sender Sky UK wegen Geoblockings vor. Europäischen Verbrauchern werde der Zugang zum Angebot des britischen Pay-TV Kanals verwehrt, lautet der Vorwurf. Im Falle einer Verurteilung drohen den Unternehmen saftige Geldbußen.

Die EU geht gegen sechs große US-Filmstudios von Disney bis Warner Bros sowie den Sender Sky UK vor, weil sie angeblich gemeinsam Verbraucher in Europa mittels Geoblocking von ihrem Angebot fernhalten. Die EU-Kommission habe den Verdacht, dass Vertragsklauseln die Ausstrahlung von Sky UK mit Filmen jener Studios außerhalb von Großbritannien und Irland verhindern, teilte die Behörde am Donnerstag in Brüssel mit.

Diese Verträge verpflichteten offenbar Sky TV, den Zugang zu jenen Filmen im Pay-TV für Gebiete außerhalb Großbritanniens und Irlands „zu blockieren“, und zwar sowohl über Satellit als auch online, wie die Kommission erläuterte. Das wäre das sogenannte Geoblocking.

Verbraucher aus anderen EU-Staaten könnten das Angebot nicht nutzen – sie könnten gar nicht erst einen Vertrag mit Sky UK und dem entsprechenden Filmangebot abschließen, wie eine Kommissionssprecherin in Brüssel erläuterte. Würden sie über eine britische Adresse doch einen Vertrag abschließen, so bliebe in ihrem Land der Bildschirm schwarz.

Darüber hinaus hegt die Kommission den Verdacht, dass durch einige Verträge auch eine umgekehrte Situation geschaffen wird: Demnach müssten die Filmstudios garantieren, dass in Großbritannien und Irland nur Sky UK ihre Filme ausstrahlen kann – nicht aber die Konkurrenz.

„Europäische Konsumenten wollen die Pay-TV Sender ihrer Wahl sehen, unabhängig davon, wo sie leben oder wohin sie reisen. Unsere Untersuchung zeigt, dass sie das heutzutage nicht können“, erklärte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.

Die Kommission sandte eine Beschwerde an Disney, NBC Universal, Paramount Pictures, Sony, Twentieth Century Fox, Warner Bros sowie Sky UK. Sie haben nun die Möglichkeit, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Falls Brüssel am Ende des Verfahrens zu dem Schluss kommt, dass diese Vertragspraktiken rechtswidrig waren, drohen den Unternehmen saftige Geldbußen.