Facebook trotzt Datenskandal

Der Datenskandal scheint den Erfolg von Facebook nicht zu bremsen. [EPA-EFE/SASCHA STEINBACH ILLUSTRATION]

Ungeachtet des Datenskandals trumpft Facebook mit einem rasanten Gewinnwachstum um fast zwei Drittel auf.

Von Januar bis März kletterte das Nettoergebnis um 63 Prozent auf 4,99 Milliarden Dollar, wie das weltgrößte soziale Netzwerk am gestrigen Mittwoch nach Börsenschluss mitteilte. Trotz der vielen Negativschlagzeilen im Zusammenhang mit dem Datenmissbrauch bei bis zu 87 Millionen Facebook-Nutzern scheinen sich Werbekunden nicht von dem US-Konzern abgewendet zu haben.

Genauso wenig nahmen die Mitglieder Reißaus. Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer stieg sogar um 13 Prozent auf 2,2 Milliarden. Anleger zeigten sich erfreut, dass Facebook anscheinend unversehrt aus dem Skandal hervorgeht. Die Aktie legte nachbörslich um 4,6 Prozent zu. Seit Bekanntwerden der Affäre um Cambridge Analytica Mitte März stand das Papier unter Druck.

“Jeder redet davon, wie schlecht es um Facebook steht, aber dieser Quartalsbericht ist sehr positiv und bekräftigt, dass es Facebook gut geht und sie da durchkommen”, sagte Portfoliomanager Daniel Morgan vom Synovus Trust, der selbst in Facebook investiert hat. Neben dem gleichnamigen sozialen Netzwerk gehören zu Facebook auch der Messaging-Dienst Whatsapp und die Foto-App Instagram.

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Konzernchef Mark Zuckerberg zeigte sich erfreut: “Trotz der Herausforderungen … hat unser Geschäft 2018 einen starken Start gehabt.” Neben dem Datenskandal dürfte Zuckerberg mit den Herausforderungen auch die mutmaßliche Einmischung Russlands in den US-Wahlkampf und Probleme mit Hassbeiträgen gemeint haben.

Zu diesen Themen musste sich der Facebook-Chef kürzlich auch vor Abgeordneten im US-Kongress verantworten. Auch Abgeordnete des EU-Parlaments möchten ihn gerne vorladen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die britische Firma Cambridge Analytica Daten von Millionen Facebook-Nutzern abgreifen konnte, um den Wahlkampf von Donald Trump zu unterstützen. Einer Teilnahme an einer für Donnerstag vorgesehenen Anhörung im US-Repräsentantenhaus zu Filtern von sozialen Medien erklärte Facebook eine Absage.

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