Facebook teilte Daten mit Firmen weltweit

Facebook geht seit längerem gegen den Missbrauch des Portals zur politischen Einfllussnahme vor. [Foto: Shutterstock]

Nach dem Skandal um Cambridge Analytica ist diese Woche bekannt geworden, dass Facebook jahrelang Daten seiner über zwei Milliarden Nutzer mit kooperierenden Technologiekonzernen geteilt hat. US-Geheimdienste sehen das äußerst kritisch.

Um eine besseren Nutzung von Facebook auf mobilen Geräten zu ermöglichen, hat Facebook durch vertragliche Regelungen Daten mit weltweit rund 60 Firmen geteilt, wie die New York Times berichtete. Neben dem weltweit drittgrößten Handybauer Huawei seien dies der Computer-Hersteller Lenovo sowie die Smartphoneanbieter OPPO und TCL gewesen, teilte Facebook nun mit.

Vor allem die Vereinbarung mit Huawei dürfte der US-Politik ein Dorn im Auge sein. US-Geheimdienstler haben in der Vergangenheit immer wieder vor Techkonzernen aus der Volksrepublik gewarnt, da diese ein Einfallstor für Auslandsspionage und Cyber-Angriffe böten und die US-Infrastruktur gefährdeten. Die US-Telekom-Wettbewerbsbehörde FCC prüft neue Vorschriften, die es Behörden untersagen würden, von Unternehmen zu kaufen, die ein Sicherheitsrisiko für US-Telekomnetze darstellen. Sollten diese Regeln in Kraft treten, dürften sie vor allem Huawei sowie ZTE treffen. ZTE kämpft gerade mit einem US-Lieferverbot.

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Der Geheimdienstausschuss des US-Repräsentantenhauses habe erstmals 2012 seine Besorgnis über Huawei geäußert, erklärte der stellvertretende Ausschussvorsitzende, Senator Mark Warner. Er warte nun darauf, zu erfahren, wie Facebook sichergestellt habe, dass die Nutzerinformationen nicht auf chinesischen Servern gelandet seien. Konkret geht es um sogenannte Programmierschnittstellen (APIs), die definieren, welchen Zugang andere Firmen haben können. Ein Facebook-Manager sagte, man sei sehr vorsichtig gewesen. Es sei sichergestellt worden, das die Informationen nur auf den Geräten und nicht auf den Servern gespeichert wurden.

Die “New York Times” berichtete, auch Daten von Freunden der Facebook-Nutzer hätten ohne deren ausdrückliche Zustimmung abgegriffen werden können. Facebook bestreitet dies.

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