EU-Zulassung für Monsantos Genmais weiter offen

Genmais, GVO, Christian Schmidt

Das Bundeskabinett hat ein Genmais-Verbot auf den Weg gebracht. [Foto: dpa]

Die EU-Minister verharren im Patt über die Importzulassung für drei Genmais-Sorten. Die deutsche Agrarministerin Ilse Aigner enthielt sich bei der Abstimmung im zuständigen Ausschuss. Die Kommission könnte demnächst ein verbindliches Machtwort sprechen.

Die Mitgliedsstaaten konnten sich im Ständigen Ausschuss für Lebensmittelkette und Tiergesundheit erneut nicht auf eine mehrheitsfähige Position zur Importzulassung für drei Genmais-Sorten einigen. Nach dem Abstimmungs-Patt am Montag (10. Juni) wird die Entscheidung zunächst in den EU-Berufungsausschuss verschoben. Kommt auch hier keine Positionierung zustande, liegt die Entscheidung bei der Europäischen Kommission, die als Befürworterin der Gentechnik gilt.

Konkret geht es um zwei Genmais-Varianten, die jeweils mehrere Fremdgene enthalten. Beide Genmais-Sorten, entwickelt vom US-amerikanischen Agrarkonzern Monsanto und Dow Chemical, produzieren verschiedene Insektengifte und sind resistent gegen die Pflanzengifte Glyphosat und Glufosinat.

Die dritte Importgenehmigung betrifft Monsantos insektenresistenten Genmais MON810. Das ist die bisher einzige kommerziell in Europa angepflanzte Genmais-Sorte. Spanien ist der europäische Hauptproduzent, weitere Genmais-Anbauflächen gibt es in Portugal, Tschechien, Slowakei und Rumänien. In mehreren europäischen Ländern, darunter in Deutschland, gilt ein Anbauverbot.

Die derzeitige Abstimmung über die Marktzulassung der Genmais-Sorten geht auf eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) im Jahr 2011 zurück. Damals hatte der EuGH entschieden, dass auch geringe Spuren von Pollen einer Genmais-Sorte im Honig dazu führen, dass der Honig an sich als "hergestellt aus genetisch veränderte Organismen – GVO" gekennzeichnet und zuvor zugelassen werden muss.

EURACTIV/rtr/mka

EURACTIV Brüssel: EU countries in deadlock over genetically modified maize approvals (11. Juni 2013)

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