EU will Farbe von Pommes Frites regeln

Lebensmittel wie Pommes frites enthalten oft zu hohe Werte an Acrylamid. [Evan Lorne/Shutterstock]

Es sieht nach einem typischen Sommerthema aus: Die EU will den Wirten vorschreiben, wie Pommes Frites auf den Tisch kommen dürfen. Die aber steigen auf die Barrikaden.

Während die Politik darüber diskutiert, wie der Andrang von Flüchtlingen über das Mittelmeer bereits in Nordafrika abgefangen werden kann, haben die Beamten in Brüssel offenbar noch ganz andere Sorgen. Für Erregung bei den Restaurantbetreibern und Imbissstuben sorgt eine Verordnung, die genau vorschreibt, welche Farbe Pommes Frites, Toasts und das Wiener Schnitzel haben dürfen.

Der Hintergrund ist durchaus ernster Natur. Im Interesse der Lebensmittelsicherheit soll der Anteil des krebserregenden Acrylamids in den genannten Speisen reduziert werden.  Acrylamid entsteht bei der Erhitzung von stärkehaltigen Nahrungsmitteln.

NGOs: Acrylamid-Verordnung beruht auf "falscher" Rechtsgrundlage

Der Kommissionsentwurf für Acrylamid-Vorschriften basiere auf der falschen Verordnung, kritisieren Lebensmittel- und Verbraucherorganisationen. Das verhindere die Einführung von Höchstgrenzen. EURACTIV Brüssel berichtet.

Die Verordnung allerdings scheint vielen völlig praxisfremd verfasst und hat bereits Österreichs Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter auf den Plan gerufen. Für ihn ist dieser Erlass ein Beispiel, dass sich die EU zu sehr in Details einmischt, statt sich um die großen Probleme zu kümmern.

Ein einheitlicher „Farbguide“ für jede Küche

So wird auf mehr als 20 Seiten im Detail unter anderem vorgeschrieben, wie Brot und Semmeln gebacken werden dürfen. In jeder Küche muss ein einheitlicher „Farbguide“ gut sichtbar angebracht werden, um ein zu starkes Bräunen von Pommes und Toastbrot zu verhindern. Außerdem müssen Pommes frites vor der Zubereitung bis zu 120 Minuten gewässert werden sollen.

Nun soll diese Verordnung wenn möglich noch durch das EU-Parlament gestoppt werden. Für den Europaabgeordneten Othmar Karas, der sich normalerweise mit Finanzfragen beschäftigt, handelt es sich bei dieser Verordnung um einen weltfremden Akt, der nur das Vorurteil vieler Bürger gegen den EU-Bürokratismus fördert. Er fordert daher ein Veto des EU-Parlaments, das dieser Fritten-Verordnung den Riegel vorschiebt.

Wenngleich das Anliegen der Krebsbekämpfung ein wichtiges gesundheitspolitisches Anliegen sei, so sei die vorliegende Umsetzung zu kompliziert, praxisfern und unbrauchbar, so Karas. Er sagte gegenüber Euractiv.de: „Ich werde mich daher dafür einsetzen, die dafür nötige Mehrheit zu organisieren.“

 

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