EU: Volkswagen sollte Kunden mit Sachleistungen entschädigen

EU Europa Nachrichten

Das Land Baden-Württemberg überlegt laut Zeitungsangaben, Klage gegen VW einzureichen. [Jan von Uxkull-Gyllenband/Shutterstock]

EU-Kommissarin Věra Jourová hat eine faire Behandlung europäischer VW-Kunden gefordert. Der deutsche Autobauer solle den Betroffenen demnach Sachleistungen anbieten.

EU-Justiz- und Verbraucherkommissarin Věra Jourová hat Sachleistungen für VW-Kunden gefordert, die vom Abgas-Skandal betroffen sind. Bei einem Treffen mit VW-Konzernchef Matthias Müller gestern in Brüssel pochte Jourová nach eigenen Angaben erneut auf eine faire Behandlung aller vom VW-Abgasskandal betroffenen europäischen Verbraucher.

„Volkswagen hat erste Schritte unternommen, um seine Kunden besser zu informieren und dafür zu sorgen, dass betroffene Autos schnellstmöglich repariert werden,“ so Kommissarin Jourová. „Ich habe aber auch erneut darauf bestanden, dass Volkswagen den europäischen Verbraucherinnen und Verbrauchern eine Sachleistung anbieten sollte. Die europäischen Verbraucherinnen und Verbraucher verdienen eine faire Behandlung, und Volkswagen sollte sich bald mit dieser Frage beschäftigen. Wir haben beschlossen, unsere Gespräche in Kürze fortzusetzen.“

Volkswagen sagt europäischen "Aktionsplan" zu

Der Autobauer Volkswagen hat nach Angaben aus Brüssel einen EU-weiten „Aktionsplan“ zum Umgang mit dem Abgasskandal angekündigt.

Im September 2016 hatte sich Jourová mit VW-Vertreter Francisco Javier Garcia Sanz darauf geeinigt, dass alle betroffenen Fahrzeuge in Einklang mit den Abgasbestimmungen gebracht werden. Volkswagen hatte hierzu einem EU-weiten „Aktionsplan“ zum Umgang mit dem Abgasskandal angekündigt. Ein Sprecher der EU-Kommission präzisierte, dass VW sich dazu verpflichtet habe, „bis Herbst 2017 alle Autos zu reparieren“.

Volkswagen hatte vor etwa einem Jahr auf Druck der US-Behörden zugegeben, weltweit in rund elf Millionen Diesel-Fahrzeuge unterschiedlicher Marken eine illegale Software eingebaut zu haben. Das Programm gibt bei standardisierten Tests einen niedrigeren Ausstoß von schädlichen Stickoxiden an.

Kommissarin Jourová wird sich nach Angaben der Kommission in den nächsten Wochen mit Verbraucherbehörden zu weiteren Gesprächen treffen. Elżbieta Bieńkowska, EU-Kommissarin für Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU, wird morgen Nachmittag mit Dieter Zetsche, Präsident des Dachverbands der europäischen Automobilindustrie (ACEA), über die Folgen der Abgasmanipulationen diskutieren.

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