EU setzt mehr Kundenfreundlichkeit bei Autovermietern durch

Der "Spiegel" berichtet über jahrelange Absprachen der großen deutschen Autobauer. [Luci Correia/Flickr]

Führende Mietwagen-Anbieter müssen in Zukunft ihre Geschäftsbedingungen deutlich verbessern. Die EU reagiert mit den neuen Regeln auf vermehrte Kundenbeschwerden.

Die EU-Kommission hat gemeinsam mit Verbraucherschützern kundenfreundlichere Regeln bei der Autovermietung durchgesetzt. Diese sehen unter anderem eine klarere Preispolitik vor, wie die Behörde bereits am Donnerstag mitteilte. Die fünf führenden Unternehmen der Branche – Avis, Europcar, Enterprise, Hertz und Sixt – haben ihre Geschäftsbedingungen bereits entsprechend angepasst.

Konkret schreiben die Regeln vor, dass der Buchungspreis bereits alle unvermeidbaren Kosten enthalten muss – wie etwa zusätzliche Gebühren, die wegen der Vorschrift für Winterreifen in einigen EU-Ländern entstehen. Darüber hinaus müssen die wichtigsten Dienstleistungen der Autovermietung klar verständlich aufgelistet werden, zum Beispiel die Bedingungen für Buchungsstornierungen.

Ebenfalls klar ersichtlich sein sollen künftig mögliche Zusatzversicherungen für einen Mietwagen, die beispielsweise die Selbstbeteiligung im Schadensfall vermindern. Außerdem müssen Verbraucher die Option wählen können, das Auto mit vollem Tank abzuholen und auch wieder zurückbringen.

Mehr Rechte werden den Kunden zudem bei der Schadensregulierung eingeräumt. Die Autovermieter müssen künftig Schäden nachweisen und eine entsprechende Reparaturrechnung oder ein Gutachten vorlegen, bevor die Kreditkarte des Fahrers belastet werden darf. Zusätzlich kann der Verbraucher die Entscheidung anfechten, bevor er zur Zahlung aufgefordert wird.

Auf Avis, Europcar, Enterprise, Hertz und Sixt entfallen zwei von drei Autovermietungen in Europa. Grund für die 2014 gestarteten Verhandlungen mit den Unternehmen unter Führung der britischen Wettbewerbsbehörde war der starke Anstieg von Beschwerden über Autovermietungen. Sie haben sich von 2010 bis 2016 nach Angaben der EU-Kommission verdoppelt.

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