EU bestellt weitere 300 Millionen Impfstoff-Dosen von BioNTech/Pfizer

Von der Leyen betonte, dass 75 Millionen der neuen Dosen bereits im zweiten Quartal 2021 verfügbar sein werden. [EPA-EFE/JOHANNA GERON / POOL]

Die Europäische Kommission hat einen weiteren Vertrag mit Pfizer-BioNTech über die Lieferung von 300 Millionen zusätzlichen Dosen des Corona-Impfstoffs abgeschlossen, teilte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am heutigen Freitag mit.

Von der Leyen versprach, dass 75 Millionen der neuen Dosen bereits im zweiten Quartal 2021 verfügbar sein werden.

Unterdessen erklärte das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) gegenüber EURACTIV, dass ein EU-weites Impfüberwachungssystem „in den kommenden Tagen“ eingeführt werde.

Die EU hat bisher zwei Impfstoffe zugelassen: den von Pfizer/BioNTech und den von Moderna.

Die Europäische Arzneimittelagentur genehmigte am 6. Januar den Impfstoff von Moderna und die EU-Exekutive gab sofort grünes Licht für die bedingte Marktzulassung.

„Dies wird sicherstellen, dass 80 Millionen [Moderna]-Impfstoffe in den kommenden Monaten in ganz Europa verfügbar sein werden, von jetzt an bis September in zunehmendem Tempo“, so eine EU-Quelle gegenüber EURACTIV.

Dieselbe Quelle ergänzte, dass die ersten Moderna-Dosen nächste Woche verteilt werden, anteilig unter allen Mitgliedsstaaten.

Grünes Licht für Moderna-Impfstoff in der EU

Die Europäische Union steht kurz vor der Zulassung eines zweiten Corona-Impfstoffs. Den Lieferengpass wird das Moderna-Präparat allerdings kaum beheben. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erwartet zwei Millionen Dosen im ersten Quartal.

Keine parallelen Verhandlungen

Von der Leyen stellte ferner klar, dass die EU jede Art von separaten bilateralen Verträgen und Verhandlungen zwischen EU-Mitgliedsstaaten und den Pharmaunternehmen ablehnt.

Vor kurzem gab es Gerüchte in Brüssel, dass Deutschland separate Vereinbarungen mit Pfizer getroffen habe, um mehr Dosen für die eigene Bevölkerung sicherzustellen, falls andere Impfstoffe in der Pipeline nicht von der EU-Arzneimittelagentur zugelassen werden.

Es gab keine offizielle Stellungnahme dazu und es bleibt unklar, ob Berlin möglicherweise separate Absprachen getroffen hat. Nichtsdestotrotz stellte von der Leyen klar, dass die EU-Verhandlungen der einzige „verbindliche Rechtsrahmen“ für alle Mitgliedsstaaten seien.

Ende letzten Monats verriet eine EU-Quelle gegenüber EURACTIV, dass die Exekutive prinzipiell gegen bilaterale Deals sei, es aber in Ordnung wäre, solange diese Deals nicht die Verteilung der Impfstoffe als Teil der EU-Deals mit der Pharmaindustrie beeinträchtigen würden.

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Die EU-Staaten sollen einem Medienbericht zufolge mehr Corona-Impfstoffe erhalten als bisher geplant. Zudem soll die Verteilung in allen EU-Ländern gleichzeitig beginnen.

System zur Überwachung der Impfungen

Die EU-Kommissionschefin sagte auch, sie sei „beeindruckt“ von der Geschwindigkeit der Impfung auf Ebene der Mitgliedsstaaten, räumte aber auch ein, dass mehr Anstrengungen unternommen werden sollten.

Die Kommission verfolge die Fortschritte bei der Impfung in ganz Europa verfolgt, so von der Leyen weiter.

Es scheint jedoch, dass die EU immer noch kein umfassendes Bild von der Situation hat.

Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) teilte mit, dass es bis heute kein offizielles systematisches Überwachungs-/Monitoring-System gibt, das die Impfzahlen in allen EU/EWR-Mitgliedsstaaten erfasst.

„Das ECDC hat mit Kollegen des WHO-Europabüros sowie mit anderen Partnern und Interessenvertretern in den Mitgliedsstaaten und der Europäischen Kommission zusammengearbeitet, um ein System einzuführen, mit dem die Impfraten in den kommenden Tagen überwacht werden könnten“, so das ECDC gegenüber EURACTIV.

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[Bearbeitet von Zoran Radosavljevic]

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