EU-Check: Hohe Wasserqualität am Urlaubsstrand

Die Badesaison kann beginnen: Die Wasserqualität an Europas Stränden ist zumeist exzellent. © Julien Christ / PIXELIO

Die Wasserqualität an Europas Badestellen hat sich europaweit verbessert. Zypern hat weiterhin das sauberste Badewasser; an der Nordsee und Ostsee gibt es allerdings weniger Strände mit exzellenter Wasserqualität. 15 deutsche Badegewässer erfüllen die EU-Mindeststandards nicht. Ein Überblick.

Der aktuelle EU-Badegewässerbericht 2011 zeigt, dass man zumeist ohne Bedenken in europäischen und deutschen Seen, Flüssen und Küsten baden kann. Mehr als 95 Prozent der deutschen Binnen- und Küstenbadegewässer erfüllen die EU-Mindeststandards. 90 Prozent der deutschen Flüsse und Seen haben sogar eine exzellente Wasserqualität und erfüllen somit die strengen EU-Leitwerte.

Schlechter sieht es an der Nord- und Ostsee aus. Nur 75 Prozent der deutschen Nord- und Ostseestrände wurde als exzellent bewertet. Das sind 5,2 Prozent weniger als im letzten Jahr. Die deutsche Badegewässer stehen in Sachen Sauberkeit und Hygiene im europäischen Vergleich aber weiterhin gut da.

Von insgesamt 2.310 deutschen Binnen- und Küstenbadegewässern erreichten nur 15 die Mindestwerte nicht. Sie liegen in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hessen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen. Im Jahr zuvor waren es deutschlandweit 18.

Spitzenreiter Zypern

2011 wurden insgesamt mehr als 22.300 Badestellen in den 27 EU-Mitgliedsländern, in Kroatien, Montenegro sowie der Schweiz überprüft. Das Ergebnis: Auch europaweit ist die Badefreude zumeist ungetrübt. 92 Prozent der Badegewässer in der EU erfüllen inzwischen die Mindest­standards für Wasserqualität. 77 Prozent der Badegebiete haben eine exzellente Wasserqualität.

Zypern ist auch 2011 der Spitzenreiter beim EU-Badewasser-Check: alle getesteten Badestellen haben exzellente Wasserqualität und erfüllen neben den Mindeststandards auch die höheren EU-Leitwerte.

Wasserqualität an Urlaubsstränden

Exzellente Ergebnisse erzielten auch die Badegebiete in Kroatien, Malta und Griechenland. Dort erfüllen mehr als 90 Prozent der Badegewässer die strengen Leitwerte, alle anderen Badegewässer erfüllen die EU-Mineststandards. In Europas beliebtesten Feriengebieten ist die Badewasserqualität allgemein gut: In Spanien, Italien und Portugal weisen mehr als 80 Prozent der Badeorte eine ausgezeichnete Wasserqualität auf.

Vorsicht in Benelux

Am anderen Ende der Skala weisen die Niederlande, Bulgarien, Lettland, Luxemburg und Belgien einen vergleichsweise geringen Anteil an Badegewässern auf, die die strengen Leitwerte erfüllen, vor allem bei den Binnengewässern.

Positiver Trend

Insgesamt hat sich die Qualität der Badegewässer in der EU seit 1990 erheblich verbessert. Der Anteil der Küstengewässer, die nicht den Vorgaben der Bade­gewässerrichtlinie entsprachen, sank von 1990 bis 2011 von 9,2 Prozent auf 1,5 Prozent. Der Anteil der Badegebiete an Binnengewässern, die EU-Mindeststandards nicht erfüllten, ging im selben Zeitraum von 11,9 Prozent auf 2,4 Prozent zurück.

Der EU-Wassercheck

Badegewässer in Europa müssen die in der Badegewässerrichtlinie von 2006 festgelegten Standards erfüllen. Die Richtlinie muss bis Dezember 2014 umgesetzt sein. Die Europäischen Umweltagentur ist für die Untersuchungen verantwortlich und veröffentlicht jährlich den EU-Badegewässerbericht. Bei der Untersuchung werden Wasserproben auf physikalische, chemische und mikrobiologische Verunreinigungen untersucht, darunter Fäkalbakterien, Mineralölrückstände, Reinigungsmittelschaum und giftige Säuren. Außerdem wird aufgezeigt, wie sich die Qualität der europäischen Gewässer zwischen 1990 und 2011 entwickelt hat.

Red.

Links

EU-Kommission: Sauberes Wasser in den meisten Feriengebieten in der EU  (23. Mai 2012)

EU-Kommission:
Website zur Qualität der Badegewässer

EEA:
Bathing water results 2011 – Germany (Mai 2012)

EEA: Bathing water data viewer

WISE: The Water Information System for Europe

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