Ernährungsministerin Klöckner hält Zuckersteuer für wenig sinnvoll

Agrar- und Ernährungsministerin Julia Klöckner möchte statt einer Zuckersteuer eher eine "bessere Ernährungsbildung von der Kita an". [Foto: epa]

Großbritannien hat bereits eine Zuckersteuer auf Softdrinks eingeführt. Ob diese Methode zielführend ist und auch in Deutschland eingeführt werden sollte, ist umstritten.

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) hat die Forderung von Ärzten nach einer Zuckersteuer zurückgewiesen. „Eine Zuckersteuer klingt vielleicht gut, ob das aber die Fehl- und Überernährung verhindert, ist zu bezweifeln“, sagte Klöckner der „Bild am Sonntag“. Die Besteuerung bestimmter Inhaltsstoffe sei auch sozial nicht zu vertreten. Sollten Lebensmittel durch eine „Strafsteuer künstlich verteuert werden“, könnten sich nur noch bestimmte Kreise solche Lebensmittel leisten.

Es gehe vielmehr darum, den Fokus auf den Lebensstil und die Gesamtkalorienzahl zu legen. Als Beispiel nannte Klöckner eine „bessere Ernährungsbildung von der Kita an“. Eine ausgewogene Ernährung sei „keine Frage des Geldbeutels“, sagte die CDU-Politikerin. Fertigprodukte seien im Vergleich zu Rohwaren oftmals teurer.

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Ein Bündnis von rund 2000 Ärzten, Fachverbänden und Krankenkassen hatte vor wenigen Tagen in einem offenen Brief von der Bundesregierung eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke und Einschränkungen für an Kinder gerichtete Werbung gefordert. Dr. Eckart von Hirschhausen, einer der Vertreter er Aktion, sagte darin: „Mich wundert, dass wir in Deutschland einen Eiertanz machen, während es bei anderen Stoffen klar ist. Und Zucker hat Suchtpotential. Das Verbot von Rauchen in Kneipen hat dazu geführt, dass viel weniger Herzinfarkte passieren, dass weniger Leute passiv rauchen.“

Die Unterzeichner der Aktion „Ärzte gegen Fehlernährung“ verlangen zudem die Einführung einer Nährwertampel für Lebensmittel und verbindliche Standards für die Schul- und Kitaverpflegung.

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