Deutschland und Frankreich senden Impfstoff-Unterstützung nach Tschechien

Frankreich sendet 100.000 Dosen des Impfstoffs von Pfizer/Biontech [Shutterstock/Juan Roballo]

Bayern, Sachsen und Thüringen sowie Frankreich senden insgesamt 115.000 Impfstoffdosen in die von der Pandemie aktuell hart getroffene Tschechische Republik.

Die drei deutschen Bundesländer werden insgesamt 15.000 Dosen des Impfstoffs des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca schicken, bestätigte der tschechische Ministerpräsident Andrej Babiš gestern. Derweil habe auch Frankreich zugesagt, der Tschechischen Republik 100.000 Impfdosen von Pfizer/Biontech in Form einer Art „Darlehens“ zu schicken, das später zurückgezahlt werden soll.

Babiš hatte die anderen EU-Länder um Hilfe gebeten, da Tschechien derzeit eines der am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Länder ist. Im östlichen Nachbarland werden aktuell weiterhin täglich mehr als 12.000 neue COVID-19-Infektionen registriert; viele Krankenhäuser stehen an ihren Belastbarkeitsgrenzen.

Tschechien will Sputnik V "so schnell wie möglich" erhalten

Die Tschechische Republik möchte „so bald wie möglich“ russische Sputnik-V-Impfstoffe erhalten, bestätigte Präsident Miloš Zeman am Wochenende. Nach Rücksprache mit Ministerpräsident Andrej Babiš habe er den russischen Präsidenten Wladimir Putin um entsprechende Lieferungen gebeten.

Insbesondere da die Impfstoffauslieferung langsamer als erwartet verläuft, bat die Regierung in Prag daher um Unterstützung. Die tschechischen Anfragen gingen dabei über die EU-Grenzen hinaus: Schon bald sollen die ersten Lieferungen des Impfstoffs Sputnik V aus Russland eintreffen.

Allerdings ist noch unklar, ob die tschechischen Arzneimittelbehörden die russische Impfung tatsächlich genehmigen werden. In jedem Fall hat die Regierung bereits das Staatliche Institut für Arzneimittelkontrolle um eine vorläufige Bewertung des russischen Impfstoffs gebeten, berichtet die Wochenzeitung Respekt.

Das tschechische Gesundheitsministerium hat seinerseits betont, man werde den Sputnik-Impfstoff erst dann zulassen, wenn auch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) ihn bewertet habe.

In der Zwischenzeit hat die Regierung außerdem beschlossen, das eigene tschechische Impfstoffentwicklungsprojekt wieder aufzunehmen. Dieses war im vergangenen Jahr gestoppt worden, als klar wurde, dass bald diverse internationale Stoffe fertig entwickelt und erhältlich sein dürften.

Impfstoffhersteller räumen Produktionsprobleme ein

Topmanager der Pharmaindustrie räumten im Europaparlament Probleme bei der Massenherstellung ihrer COVID-Impfstoffe ein. Nach der Überwindung von Anfangsschwierigkeiten aber würden die versprochenen Mengen geliefert.

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