Deutschland prüft Hilfe für Portugal

In Portugal droht eine Überlastung der Krankenhäuser. Im Bild: Eine erschöpfte Krankenschwester in der Klinik Ambroise Pare in Neuilly-sur-Seine, nahe Paris (Archivbild). [CHRISTOPHE PETIT TESSON/EPA]

Die portugiesische und die deutsche Regierung prüfen die Möglichkeit, einige Nicht-COVID-Patienten, die Intensivpflege benötigen, nach Deutschland zu verlegen, um Betten in portugiesischen Krankenhäusern freizumachen. Das bestätigte eine Quelle aus dem portugiesischen Verteidigungsministerium gegenüber EURACTIVs Medienpartner Lusa.

Ein „medizinisches Erkundungsteam“ der Bundeswehr weilte die vergangenen zwei Tage in Portugal, um die möglichen Bedürfnisse des Landes auszuloten, die durch eine Kooperation mit Deutschland gedeckt werden könnten. Dabei ging es zunächst vor allem um Unterstützung in Form von Arbeitsmitteln und/oder ähnlicher Ausrüstung.

Diese Art der Hilfe sei ebenso wie die Patientenverlegung weiterhin denkbar; konkrete Bereiche der Zusammenarbeit sollen nun zwischen den beiden Regierungen abgestimmt werden, teilte die deutsche Botschaft in Lissabon gegenüber Lusa mit.

Nachdem Portugals Gesundheitsministerin Marta Temido am Montag in einem Interview mit RTP angekündigt hatte, dass internationale Hilfsmechanismen in Erwägung gezogen würden, war Deutschland eines der Länder gewesen, die positiv auf diese Anfrage reagiert hätten, bestätigte das Ministerium.

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In Portugal waren die Streitkräfte bereits seit Längerem zu umfassender Kooperation mit den Gesundheitsbehörden beordert worden. So konnte die Zahl der Betten für COVID-Patienten in militärischen Behelfslazaretten von März bis November von 20 auf 60 und seitdem auf aktuell 212 erhöht werden.

Portugal registrierte am gestrigen Mittwoch 293 COVID-Todesfälle – ein neues Tagesmaximum seit Beginn der Pandemie – sowie 15.073 neue Infektionsfälle, teilte die nationale Generaldirektion für Gesundheit mit.  Weiter hieß es, dass 6.603 Menschen in Krankenhäusern behandelt werden, 131 mehr als am Dienstag. Auch dies ist ein bisherigerer „Rekordwert“. 783 Menschen befinden sich auf den Intensivstationen (ebenfalls 18 mehr als 24 Stunden zuvor).

Die portugiesische Regierung erwägt nun auch die Auslösung des europäischen Kooperationsmechanismus zur Unterstützung ihres Kampfes gegen die Pandemie. Auf Nachfrage von Lusa betonte das Gesundheitsministerium, man werde „alle Möglichkeiten in Betracht ziehen, um die Gesundheitsversorgung der Portugiesinnen und Portugiesen weiterhin zu gewährleisten“. Kooperationsmechanismen in Europa sowie auf EU-Ebene seien dabei „offensichtlich auch eine Möglichkeit“.

Die deutsche Botschaft in Lissabon bestätigte derweil ihrerseits, dass es einen „laufenden Dialog zwischen der deutschen und der portugiesischen Regierung über eine mögliche deutsche Unterstützung der portugiesischen Bemühungen zur Überwindung der aktuellen Gesundheitskrise“ gebe.

Die Entscheidung über konkrete Bereiche der Zusammenarbeit solle nun „in enger Abstimmung zwischen den beiden Regierungen getroffen werden“.

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