Deutsche Politik will Freigabe des AstraZeneca-Impfstoffs erweitern

In der EU ist der Impfstoff von AstraZeneca nur für Personen unter 65 Jahren zugelassen. [EPA-EFE/DOMINIC LIPINSKI]

Die Skepsis gegenüber dem AstraZeneca-Impfstoff ist in Deutschland weit verbreitet, nachdem die Europäische Arzneimittelagentur entschieden hatte, ihn lediglich für Menschen unter 65 Jahren zuzulassen. Ein großer Teil der Dosen, die die Bundesregierung bestellt hat, droht nun, ungenutzt zu bleiben und schlimmstenfalls zu verfallen. Daher fordern Parteien aus dem gesamten politischen Spektrum, die Zulassung des Impfstoffs zu erweitern.

Am Wochenende berichtete Business Insider, dass in Deutschland mehr als 680.000 Dosen unbenutzt bleiben könnten. Viele Menschen, die mit dem AstraZeneca-Impfstoff geimpft werden sollen, würden ihre Impf-Termine nicht wahrnehmen.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach will daher den Kreis der Anspruchsberechtigten um Polizistinnen und Polizisten sowie Lehrpersonal erweitern. Diese gehören zur dritten „Schwerpunktgruppe“, die eigentlich erst im Mai geimpft werden soll.

Eine Öffnung für die gesamte Bevölkerung lehnte Lauterbach gegenüber der Bild am Sonntag jedoch ab.

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Auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sowie der FDP-Fraktionsgeschäftsführer Marco Buschmann sprachen sich dafür aus, den Impfstoff von AstraZeneca an Lehrerinnen und Lehrer sowie weiteres pädagogisches Personal zu vergeben.

Aus Söders Sicht gehe es vor allem darum, „klar zu machen, dass der Impfstoff gut“ und entsprechend der Empfehlungen „gut verimpfbar ist“, berichtet der Spiegel.

Einige Bundesländer arbeiten bereits daran, eine Ausweitung der Impfungen umzusetzen: Am Montag kündigte beispielsweise die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien (CDU) an, das Land werde bereits in der kommenden Woche damit beginnen, seine Lehrpersonal mit dem AstraZeneca-Mittel zu impfen. Ebenso scheint dies in Baden-Württemberg geplant zu sein.

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