Der Döner ist sicher

Berlin atmet auf: Der Döner-Spieß aus der Tiefkühltruhe bleibt auf dem Speiseplan.

Die Zukunft der Döner-Kebab-Spieße ist gesichert: Das EU-Parlament hat am Mittwoch den Vorschlag der Kommission gebilligt, phosphathaltige Zusatzstoffe in tiefgefrorenen Döner-Kebab-Spießen explizit EU-weit zu erlauben.

Der Vorschlag des Gesundheitsausschusses, zunächst eine Untersuchung über mögliche gesundheitsschädliche Auswirkungen von Phosphaten abzuwarten, verfehlte im Plenum mit nur drei Stimmen die notwendige Mehrheit.

Nach der Zustimmung des EU-Parlaments kann die Brüsseler Behörde nun mit der gegenwärtigen Situation Schluss machen, die zu unterschiedlichen Regelungen geführt hat: Einige EU-Staaten, darunter Deutschland, tolerieren die Verwendung von Phosphaten in tiefgefrorenen Fleischspießen, andere nicht.

Die Kommission werde Fleischspieße nun in eine Liste von Lebensmitteln aufnehmen, für die phophathaltige Zusätze erlaubt sind, erläuterte ein Parlamentssprecher. Die Phosphate seien nach Angaben einiger Hersteller bei tiefgefrorenen Spießen notwendig, um die Fleischstücke aneinanderzukleben.

Linke und Grüne hatten gegen den Beschluss gestimmt. Auch die SPD-Abgeordnete Susanne Melior gab sich kritisch: Die Entscheidung sei zum jetzigen Zeitpunkt „übereilt und unnötig“. Sie sei vermutlich auch das Ergebnis „der jüngsten Panikmache“, betonte sie mit Blick auf einschlägige Presseberichte, die vor allem in Deutschland bereits ein Ende der beliebten türkischen Spezialität prophezeit hatten.

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Melior erinnerte daran, dass die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gegenwärtig eine Untersuchung zu phophathaltigen Zusätzen in Nahrungsmitteln vornimmt. Deren Ergebnisse sollen bis Ende 2018 vorliegen. „Ich hätte mir gewünscht, dass die Entscheidung auf einer breiten wissenschaftlichen Basis erfolgt wäre und nicht aufgrund von Panikmache.“

Auch der europäische Verbraucherverband BEUC bedauerte das grüne Licht für die Zulassung. Das sei eine „schlechte Nachricht“ für die Verbraucher, sagte die Vorsitzende des Verbandes, Monique Goyens. Es gebe Bedenken hinsichtlich möglicher Auswirkungen dieser Zusätze auf die Gesundheit. Zudem werde dadurch das Fleisch verwässert. Daher sei Phosphat in Fleischspießen bisher nicht erlaubt gewesen – worüber sich manche Hersteller einfach hinweggesetzt hätten. Mangelnde Kontrollen hätten dies in einigen EU-Staaten ermöglicht.

Während einer hitzigen Debatte in der Nacht zum Mittwoch hatte die CDU-Abgeordnete Renate Sommer im Gegenzug Sozialdemokraten und Grünen Panikmache vorgeworfen. Ohne Phosphate wären Döner nur ein „zusammengesackter Fleischhaufen“. Außerdem seien Phosphate bei vielen Lebensmitteln zugelassen, auch bei Kassler. „Würde das wirklich so stark die Gesundheit gefährden, wären wir alle längst todkrank.“

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