COVID-Effekt: Schlechtere Gesundheitsbedingungen für Babys und Mütter

Die Wahrscheinlichkeit einer Totgeburt ist in den untersuchten Ländern um mehr als ein Viertel gestiegen. [SHUTTERSTOCK]

Die Bedingungen für werdende Mütter und Babys haben sich während der COVID-19-Pandemie verschlechtert, so eine neue Studie des Fachmagazins Lancet, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Die Forschenden fordern nun, dass der Mutterschaftsvorsorge während der Gesundheitskrise sowie darüber hinaus höhere Priorität eingeräumt werden müsse.

Für den Lancet-Bericht wurden Daten aus 40 Studien über insgesamt mehr als sechs Millionen Schwangerschaften in 17 Ländern, darunter mehrere EU-Staaten, ausgewertet.

Das Gesamtbild liefere einen „klaren Hinweis“ darauf, dass Frauen und Babys aufgrund der durch die Pandemie verursachten „Störungen“ in den Gesundheitssystemen schlechtere Bedingungen vorfänden und ihre Gesundheit dadurch beeinträchtigt werde, so die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Im Bericht kommen sie zu dem Schluss, dass die Wahrscheinlichkeit einer Totgeburt in den untersuchten Ländern um mehr als ein Viertel im Vergleich zur Situation vor der Pandemie zugenommen hat. Ebenso sei mit Ausbruch der Pandemie die Todesrate der Mütter bei der Geburt gestiegen.

Corona-Krise zwingt Spaniens Gesundheitssystem in die Knie

Spaniens Gesundheitssystem gilt als eines der besten und effizientesten der Welt. Doch in der Corona-Krise versagt es, wie die dramatischen Zahlen auch jetzt wieder zeigen. Warum ist das so?

Darüber hinaus nahm die Zahl der Frauen, die wegen Eileiterschwangerschaften operiert werden mussten, fast um das Sechsfache zu. Da Eileiterschwangerschaften bei frühzeitiger Entdeckung in der Regel medikamentös behandelt werden können, könnte dieser auffällige Anstieg ein Hinweis darauf sein, dass werdende Mütter aus Angst vor einer Infektion die entsprechenden Untersuchungen und medizinische Versorgung hinausgezögert haben oder dass es Versorgungsengpässe auf den Entbindungsstationen gab, heißt es in der Studie weiter.

Weiter wird hervorgehoben, dass sich auch die psychische Gesundheit während der Pandemie verschlechtert hat: Sechs der zehn in die Analyse einbezogenen Studien, die sich auf die psychische Gesundheit von Müttern konzentrieren, berichten eine Zunahme von postnatalen Depressionen, Angstzuständen oder beidem.

Aus Sicht der Forschenden sind daher sofortige Maßnahmen erforderlich, um eine sichere Mutterschaftsversorgung weltweit zu gewährleisten – insbesondere während der aktuellen Notlage, aber auch mit Blick auf mögliche zukünftige Gesundheitskrisen.

Was wir von der Spanischen Grippe für die Zeit "nach Corona" lernen können

Wie wird eine Welt „nach Corona“ aussehen? Ein Buch zur Geschichte der Spanischen Grippe und ein deutscher Zukunftsforscher geben Hinweise.

Dies ist ein Artikel von unserem Medienpartner Deutsche Welle.

Das erste Mal hörte ich von meiner Oma von …

Asma Khalil von der St. George’s University of London, die Hauptautorin der Studie, betonte bei der Präsentation des Berichts, die durch die Pandemie verursachten „Störungen“ im Gesundheitssystem hätten letztendlich zu „vermeidbaren Todesfällen von Müttern und Babys geführt, besonders in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen“.

Sie fordere daher „die politischen Entscheidungsträger und die Verantwortlichen im Gesundheitswesen auf, im Rahmen der strategischen Reaktion auf die Pandemie und ihre Folgen einer sicheren, zugänglichen und gerechten Mutterschaftsversorgung Priorität einzuräumen, um die negativen Gesundheitsfolgen in der Schwangerschaft weltweit zu reduzieren“.

Erkan Kalafat von der Koç-Universität in der Türkei erklärte ebenfalls, dass Lehren aus der COVID-19-Pandemie gezogen werden müssten, um die Zukunft der Mutterschaftsversorgung weltweit besser zu planen. Es ergebe sich nun eine „Lernmöglichkeit“: So könnten neue präventive Maßnahmen identifiziert werden, „von denen Frauen weltweit profitieren könnten“, hofft der Ko-Autor der Studie.

[Hinweis: Dies ist eine gekürzte Übersetzung. Den längeren Artikel im englischsprachigen Original finden Sie hier. Bearbeitet von Zoran Radosavljevic und Tim Steins]

Nach jahrelangen Forderungen: Frankreichs Gesundheitspersonal wird aufgestockt

Nach jahrelangen Forderungen hat sich das französische Gesundheitsministerium bereit erklärt, die Zahl der Pflegerinnen und Pfleger im Land zu erhöhen. EURACTIV Frankreich berichtet.

Lobbyist: Deutlich mehr digitale Gesundheits-Startups während der Pandemie

Während der Pandemie sind zahlreiche neue Startups entstanden, die versuchen, so der Lobbyist Benedikt Blomeyer. Er sehe „großes Potenzial“ für digitale Lösungen im Gesundheitsbereich.

Gesundheitspolitik: Staaten kommen EU-Parlament etwas entgegen

Die EU-Staaten haben sich mit dem Parlament darauf geeinigt, das EU4Health-Programm in den kommenden sieben Jahren mit 5,1 Milliarden Euro zu finanzieren. Das ist zwar deutlich weniger als ursprünglich erhofft, aber mehr als die Staaten zunächst für die Gesundheitspolitik zugestehen wollten.

Melden Sie sich für "The Capitals" an

Vielen Dank für das Abonnieren des The Capitals Newsletters!
  • Mit EURACTIV immer auf dem Laufenden!

Subscribe to our newsletters

Subscribe
UNTERSTÜTZEN