Coronavirus: Verlängerung von Kontaktbeschränkungen bei tendenzieller Stabilisierung

Intensive care unit of the University Hospital Essen [EPA-EFE/FRIEDEMANN VOGEL]

Bund und Länder haben sich heute (Mittwoch) auf eine Verlängerung der bestehenden Maßnahmen zur Kontaktbeschränkungen bis zum 19. April geeinigt. Auch wenn sich eine Stabilisierung der Lage abzeichnet, gebe es noch keinen Anlass zur Entwarnung, so Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Eine Pandemie orientiert sich nicht an Feiertagen, deswegen bleiben alle auch während der Ostertage aufgefordert, auf private Reisen und Besuche von Verwandten zu verzichten,”  sagte Merkel in einer heutigen Telefonkonferenz nach einer Schaltkonferenz mit RegierungschefInnen der Bundesländern. 

Über den weiteren Umgang mit den Maßnahmen werden Bund und Länder zusammen mit dem Robert-Koch-Institut am 14. April beraten, sagte sie weiter. 

Die Bundeskanzlerin betonte, dass es “keinerlei Aussage” darüber geben könne, “was wir nach Ostern machen werden.” Auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hob hervor, dass man nicht von einer Rückker zur Normalität nach dem 20. April ausgehen dürfe. 

Engpässe bei Masken 

Da die zunehmende Infektionsrate zu Engpässen von Schutzmasken beim Krankenhauspersonal  führe, habe deren Versorgung “absolute Priorität” und die Bundesregierung ziele darauf, die heimische Produktion zu intensivieren, so Merkel weiter. Eine Maskenpflicht für die Bevölkerung wurde einheitlich abgelehnt. 

Die Behandlung schwerer Corona-Erkrankungen dauere länger als erwartet, es müsse erreicht werden, dass sich die Zahl der Infizierten höchstens alle zwölf bis 14 Tage verdoppele. Bisher war ein Wert von zehn Tagen als ausreichend angesehen worden, tatsächlich ist der Verdopplungszeitraum momentan noch deutlich kürzer. Bei einem zu schnellen Anstieg wird eine Überforderung des Gesundheitswesens befürchtet.

Darüber hinaus gelte es, vor allem auch die Alten- und Pflegeheime zu schützen, daher könne es “keine Neuaufnahmen in Bayern” geben, sagte Markus Söder. “Wir nutzen die Ersatzkapazitäten unserer Reha-Kliniken in Bayern.” Zudem verkündete er eine “Priorisierung bei der Schutzmasken-Belieferung”  und einen “Hygienecheck für alle Häuser.”

„Das Coronavirus kennt keine Feiertage“

Der Hamburger Ministerpräsident Peter Tschentscher bekräftigte, dass ein einheitliches Vorgehen auf Bundesebene trotz der unterschiedlichen Situationen in den einzelnen Bundesländern sinnvoll ist. 

Hamburg ist vor allem aufgrund zahlreicher zurückgekehrter Skiurlauber besonders betroffen. Tschentscher wies außerdem darauf hin, dass auch die Nähe zu Italien und Frankreich die in den daran angrenzenden Bundesländern höheren Infektionsraten erklärt. 

Stabilisierung, noch keine Entwarnung

Zwischen dem 29. und dem 31. März lag die Infektionsrate bei etwa sieben Prozent. Mit einem heutigen Wert von 4,10 Prozent lässt sich ein leichter Rückgang erkennen, weshalb die Bundesregierung vorsichtig von einer “tendenziellen Stabilisierung” der Lage spricht.

Dennoch warnte Markus Söder davor, frühzeitige Exit-Debatten zu führen, die “Möglichkeiten, das Infektionsgeschehen zu reduzieren”, gefährden würden.

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