Bundeswehr will Ärzte und tausende Reservisten zur Verfügung stellen

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer betont die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr, um das Gesundheitssystem zu unterstützen. [Henning SChacht/ epa]

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat „weitreichende Maßnahmen“ der Bundeswehr zur Eindämmung der Corona-Pandemie versprochen. So stünden bis zu 3.000 Ärzte des Militärs zur Verfügung, auch die Vergabe von medizinischen Material laufe bereits.

„Wir werden solange unterstützen, wie wir gebraucht werden“, sagte die Ministerin soeben auf einer Pressekonferenz. Die Bundeswehr werde das Gesundheitssystem in erster Linie mit der Beschaffung von Schutzkleidung, Ausrüstung, medizinischen Geräten und Medikamenten unterstützen. Dazu sei der Beschaffungsdienst der Bundeswehr seit Wochen aktiv, Material aus aller Welt zusammenzutragen. Schon jetzt seien 50 Anträge auf Amtsleistungen eingegangen, von denen 13 bewilligt worden seien.

Darüber hinaus könne die Bundeswehr Feldbetten und Lagerkapazitäten zur Verfügung stellen. Es seien bis zu 1.200 isolierte Betreuungsmöglichkeiten für Patienten gegeben. Trotzdem sollten keine „übersteigerten Erwartungen“ geweckt werden, so Kramp-Karrenbauer. Mit rund 3.000 Personen stellten die Ärzte der Bundeswehr nur eine kleine Gruppe in der Gesamtheit des Gesundheitssystems dar.

Derzeit ist die Bundeswehr dabei, Reservekräfte zu rekrutieren. Aus ihrem rund 120.000 Personen umfassenden Reservistenverband stünden etwa 75.000 Menschen pro-aktiv zur Verfügung, von denen bislang 935 für den Sanitätsdienst eingeplant seien, so die Ministerin. Man werde später dazu übergehen, Reservisten aus anderen Truppenteilen zu reaktivieren. Diese könnten zum Beispiel einspringen, um Anlagen der kritischen Infrastruktur wie Wasser- oder Stromkraftwerke zu bewachen, sollten private Wachdienste ausfallen.

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In den vergangenen Tagen ist die Bundeswehr schon beim Aufbau lokaler Gesundheitseinrichtungen tätig geworden, außerdem halfen Soldaten an der deutsch-polnischen Grenze, die im langen Staus feststeckenden Menschen mit Getränken, Essen und Decken zu versorgen.

Neben all dem erfülle die Bundeswehr weiterhin ihre Kernaufgaben, betonte Kramp-Karrenbauer. Dazu gehört derzeit die Rückholung deutscher Staatsbürger aus Krisenregionen sowie die Absicherung der Ostflanke der Nato in den baltischen Staaten und Polen.

Auch in anderen europäischen Ländern ist die Armee den Regierungen bereits zur Hilfe gekommen. In Frankreich halfen Hubschrauber des Militärs, Kranke aus überlasteten Krankenhäusern in weniger betroffene Regionen zu fliegen. In Italien wurden Dutzende Militärtransporter verwendet, um die zahlreichen Toten aus den Krankenhäusern zu den Friedhöfen zu transportieren. Allein in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch waren dort 475  Menschen an den Folgen von COVID-19 verstorben.

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