Bulgarien: Restaurant-Öffnung trotz drohender dritter Welle

In Bulgarien dürfen ab März wohl alle Restaurants wieder öffnen. Stein des Anstoßes war zuvor die Regelung, dass Restaurants im Allgemeinen geschlossen sind, Hotel-Restaurants jedoch für Übernachtungsgäste öffnen dürfen. [winnond / Shutterstock]

„Es ist ein Muss, dass Restaurants am 1. März wieder öffnen können,“ so Bulgariens Ministerpräsident Bojko Borissow am Sonntag. Seine Regierung und die Behörden des Landes waren zuvor wochenlang von Restaurantbesitzern kritisiert worden, es gebe offenbar unterschiedliche Standards bei den Maßnahmen für Gaststätten.

Stein des Anstoßes ist die Regelung, dass Restaurants im Allgemeinen geschlossen sind, Hotel-Restaurants jedoch für Übernachtungsgäste öffnen dürfen. Dies hat offenbar dazu geführt, dass einige Hotels sehr niedrige „Übernachtungsgebühren“ für Gäste erhoben, die allerdings nur im Restaurant aßen und nicht die Nacht im Haus verbrachten. Zahlreiche entsprechende Nachrichten und Hinweise wurden per Social Media geteilt.

Die Ausnahme für Hotel-Restaurants war mit dem Ziel erlassen worden, die Wintersaison in den Skiorten zu „retten“ – sehr zum Ärger der Restaurantbetreiber außerhalb von Hotels.

Am Samstag hatte der Verband der Restaurants in Bulgarien einen Geldbetrag in Höhe von 500 Euro für die erste Person ausgelobt, die ihnen einen Beweis dafür vorlegen kann, dass Gesundheitsminister Kostadin Angelow oder der Leiter der Nationalen Anti-Pandemie-Zentrale, Wenzislaw Mutaftschiiski, während des Lockdowns in Restaurants gegangen sind.

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Mit Blick auf die anstehenden Restaurantöffnungen ab März teilte das Gesundheitsministerium am Wochenende nun mit: „Wir haben keinerlei Sorgen; alle Krankenhäuser im Land sind vorbereitet.“

Dabei ist die Coronavirus-Situation aktuell offenbar alles andere als unter Kontrolle: „Obwohl der Trend aktuell nicht gut ist, haben wir im Vergleich zu anderen Ländern eine gute Lage beibehalten können […] Der Höhepunkt der neuen Welle wird vor den Wahlen [Anm. d. Red.: am 4. April] erreicht sein,“ erklärte der oberste Gesundheitsinspektor des Landes, Angel Kuntschew. Er räumte jedoch ein: „Die Zahl der Krankenhausaufenthalte ist auf über 3.000 und die der Menschen auf den Intensivstationen auf über 300 angestiegen – das ist ein Indikator dafür, dass wir uns in einem Expansionsprozess befinden.“

Ebenfalls besorgt zeigte er sich über die mangelnde Bereitschaft in der Bevölkerung, sich impfen zu lassen. Wenn 70 Prozent der Bevölkerung geimpft seien, „würden wir uns von der Pandemie verabschieden können. Aber das ist eine schwierige Aufgabe, und ich bin nicht optimistisch, dass wir das in Bulgarien erreichen werden“, fügte er hinzu.

[Bearbeitet von Tim Steins]

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