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24/01/2017

Britische Studie: E-Zigaretten sind eine gesündere Alternative zum Rauchen

Gesundheit und Verbraucherschutz

Britische Studie: E-Zigaretten sind eine gesündere Alternative zum Rauchen

E-Zigarettendunst ist weitaus weniger giftig als Tabakzigarettendunst.

[Vaping360/Flickr]

Eine Studie von Public Health England kommt zum Ergebnis, dass Elektronische Zigaretten 95 Prozent harmloser sind als normale Zigaretten. EurActiv Frankreich berichtet. 

Der im August von der Agentur Public Health England (PHE) des britischen Gesundheitsministeriums veröffentlichte Bericht empfiehlt die Förderung von E-Zigaretten als Gerät für Menschen, die mit dem Rauchen aufhören wollen. Demnach sind sie 95 Prozent weniger schädlich als Tabakzigaretten.

Insgesamt scheint der Widerstand gegen E-Zigaretten unter den Fachkräften im Gesundheitswesen abzunehmen. Immer mehr Studien konzentrieren sich auf die nützliche Rolle, die sie bei der Bekämpfung der Gesundheitsprobleme im Zusammenhang mit dem Rauchen spielen könnten. Noch 2014 empfahl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Verbot oder die Regulierung der Promotion und des Verkaufs von E-Zigaretten. Doch neueste Studien kommen zu dem Schluss, dass die Geräte weitaus ungefährlicher als normale Tabakzigaretten sind. Sie empfehlen den Regierungen sogar deren Förderung als Alternative zum Rauchen.

E-Zigaretten haben einen weiteren entscheidenden Vorteil gegenüber normalen Zigaretten: Es gibt keinen Rauch, ihre Auswirkungen auf Nichtnutzer sind vernachlässigbar. In einigen Ländern mit Rauchverboten ist ihre Nutzung sogar an öffentlichen Orten erlaubt.

Eine gesündere Alternative

Raucher sind vom Nikotin in den Zigaretten abhängig. Die Inhalation der giftigen Nebenprodukte von brennendem Tabak verursachen größtenteils die mit dem Rauchen zusammenhängenden Gesundheitsprobleme.

E-Zigaretten enthalten keinen Tabak. Sie sind eine weitaus weniger giftige Alternative zu normalen Zigaretten. Nach Angaben der PHE-Study sind E-Zigaretten attraktiver als andere Nikotinprodukte, mit denen sich Menschen das Rauchen abgewöhnen wollen. Denn sie ähneln Tabakzigaretten.

Eine Reihe von Studien haben auch schädliche Substanzen in elektronischen Zigaretten gefunden, darunter auch Nikotin. Doch sie kommen in E-Zigaretten in weitaus geringeren Dosen vor.

E-Zigaretten enthalten Kartuschen, die mit Flüssigkeit gefüllt sind. Diese enthalten Nikotin, in höheren oder niedrigeren Konzentrationen. Das Gerät erhitzt die Flüssigkeit und das Nikotin wird beim Ziehen vernebelt: Es wird kein Tabak verbrannt und es entsteht kein giftiger Rauch.

Passivrauchen

Passivrauchen tötet nach WHO-Angaben jedes Jahr 600.000 Menschen. Die dadurch verursachten Krankheiten ähneln denen, die auch Raucher entwickeln: Krebs, Herz- und Atemwegserkrankungen, Infektionen. Das Nikotin wird durch Dampf geliefert, nicht durch Rauch. E-Zigaretten haben also nur wenige Auswirkungen auf das Risiko der Nutzer, diese Krankheiten zu entwickeln.

Die englischen Forscher ermittelten auch einen vernachlässigbaren Nikotingehalt in den Wohnungen von E-Zigaretten-Nutzern. Auch der Nikotingehalt und die Werte anderer schädlicher Substanzen in ihren Körpern waren sehr viel niedriger als die Werte der Raucher von Tabakzigaretten.

Gesetzgebung

E-Zigaretten, die eine gewisse Nikotingrenze überschreiten, müssen nach der Tabakprodukt-Richtlinie denselben Regulierungen wie Medizinprodukte unterliegen. Die Richtlinie trat im April 2014 in Kraft. Die Mitgliedsstaaten haben bis Mai 2016 Zeit, ihre Gesetzgebung anzupassen.

Bestimmte Formen der Werbung für E-Zigaretten werden verboten. Die Hersteller müssen Warnungen an den Verpackungen anbringen, wie das bei Tabakzigaretten üblich ist. Andere Anforderungen der Richtlinie sind eine Anhebung des gesetzlichen Mindestalters für den Erwerb und das Verbot aromatisierter Nikotinprodukte.

PHE empfiehlt sie als weniger gefährliche Alternative zu normalen Zigaretten – obwohl es noch keine langfristige Studie zu den Auswirkungen elektronischer Zigaretten und den dazugehörigen Substanzen gibt.

Für den Moment ist die Gesetzeslage in jedem Mitgliedsstaat unterschiedlich. In Frankreich und Belgien dürfen Kartuschen kein Nikotin enthalten. Im Vereinigten Königreich schon.

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