Belgien hält an Astrazeneca fest

In Belgien wird weiter mit Astrazeneca geimpft. Der Stoff habe sich als wirksam erwiesen; die möglichen Nebenwirkungen als minimal. [EPA-EFE/JOE GIDDENS]

Während mehrere EU-Länder den Einsatz des Astrazeneca-Impfstoffs vorübergehend ausgesetzt haben, betonte Belgiens Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke gestern, es wäre „unverantwortlich, in diesem Stadium einen Stopp einzulegen“.

Dies tun unter anderem die Nachbarländer Niederlande, Deutschland und Frankreich, weil bei einer kleinen Anzahl von Menschen, die mit dem Astrazeneca-Stoff geimpft wurden, Blutgerinnsel- und Thrombose-Fälle aufgetreten waren. Ob diese im direkten Zusammenhang mit dem Impfstoff stehen, ist noch nicht abschließend geklärt.

„Diese Fälle müssen untersucht werden“, forderte Vandenbroucke im Gespräch mit VRT Nieuws daher, wiederholte jedoch: „Aber die Impfung jetzt zu pausieren, wäre unverantwortlich.“

Trotz der teils schlechten Presse für Astrazeneca gehe er auch nicht davon aus, dass die Menschen in Belgien nun die Impfungen ablehnen würden: „Wir haben auch heute wieder festgestellt, dass die Menschen in großer Zahl zu den Impfzentren kommen, weil sie sich schützen wollen. Und sie haben Recht damit. Also rufen wir weiter auf: Lasst euch impfen.“

Gleichzeitig seien auch die belgischen Gesundheitsexperten nach wie vor davon überzeugt, an dem Impfstoff festzuhalten: Durch die Impfung würden die coronavirusbedingten Krankenhausaufenthalte zu 90 Prozent verringert, „das ist erwiesen“, sagte der Virologe Steven Van Gucht gegenüber VRT.

Seiner Meinung nach überwiegen die Vorteile des Impfstoffs von Astrazeneca die möglichen Nachteile deutlich.

Er schloss: „Wir zählen auf die Impfaktion, um die Pandemie unter Kontrolle zu bekommen. Sie ist die Voraussetzung für die für April und Mai angekündigten Lockerungen.“

[Bearbeitet von Tim Steins]

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