Aus 6 mach 7: Spanische Krankenpflegerinnen holen mehr aus Pfizer-Impfstoff heraus

Frankreich sendet 100.000 Dosen des Impfstoffs von Pfizer/Biontech [Shutterstock/Juan Roballo]

Zwei spanische Krankenpflegerinnen haben einen Weg gefunden, eine zusätzliche siebte Dosis aus den offiziell sechs Dosen enthaltenden Fläschchen des Impfstoffs von Pfizer/Biontech zu ziehen. Der Trick bestehe darin, Reste in den Ampullen mit einer speziellen Spritze zu entnehmen, berichtet EURACTIVs Medienpartner EFE.

Ana Sola Martin und Natalia Coll vom Klinikum in Valencia erklärten im Gespräch mit EFE, durch die Verwendung präziserer Spritzen mit einem größeren Totvolumen – dem Spalt zwischen dem Kolben und dem Ansatz der Nadel – hätten sie die Verwendung des Impfstoffs maximieren können.

Martin berichtete, die beiden hätten sich zu einem „mathematischen Versuch“ entschlossen, als sie feststellten, dass es einerseits einen Mangel bei der Verteilung von Impfstoffen gab, gleichzeitig aber Reste in den Ampullen verblieben.

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Der Trick habe darin bestanden, Nadeln zu wählen, die üblicherweise zur Verabreichung von Insulin verwendet werden. Diese seien „viel kleiner, haben mehr Totvolumen und sind viel präziser“, so Martin.

Die beiden Krankenpflegerinnen sind überzeugt, dass ihr Verfahren auch auf die Ampullen des Impfstoffs von Moderna angewendet werden könnte. Aus diesen werden derzeit zehn Dosen entnommen.

„Wir sind gerade dabei, das genau zu überprüfen. Aber wenn man eine größere Anzahl von Dosen [pro Ampulle] hat, muss der Hersteller eigentlich auch mehr Rest einplanen – und so sollte man eine zusätzliche Dosis bekommen. Im Fall von Moderna sollten 0,5 Milliliter übrigbleiben, beim Impfstoff von Pfizer sind es nur 0,3,“ zeigte sich Martin optimistisch.

Übrigens ist es nicht das erste Mal, dass sieben Dosen des Pfizer/Biontech-Impfstoffs entnommen werden konnten: Anfang des Monats hatte eine Krankenpflegerin aus Finnland dies ebenfalls mit einer speziellen Spritze geschafft.

[Bearbeitet von Tim Steins]

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