14 europäische Länder unterzeichnen Abkommen gegen Organhandel

Der Generalsekretär des Europarats, Thorbjörn Jagland. [Saeima/Flickr]

Insgesamt 14 europäische Länder haben sich am Mittwoch dem weltweit ersten internationalen Vertrag gegen den illegalen Handel mit menschlichen Organen angeschlossen.

Das in Spanien unterzeichnete Abkommen sieht die Strafbarkeit von Organentnahmen gegen den Willen Betroffener vor. Zudem enthält es ein Verbot geschäftsmäßigen Organhandels und ein Entschädigungsrecht für Opfer.

Erstunterzeichner des Abkommens waren in der Stadt Santiago de Compostela die Europaratsmitglieder Albanien, Belgien, Griechenland, Großbritannien, Italien, Luxemburg, Moldau, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Spanien,
Tschechien und die Türkei. Deutschland war nicht darunter, der Vertrag steht aber künftig allen Staaten offen. Bevor er in Kraft tritt, muss er in fünf Ländern noch ratifiziert werden.

Der Organhandel sei „eines der ausbeuterischsten Geschäfte in der Welt“, sagte der Generalsekretär des Europarats, Thorbjörn Jagland. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass jedes Jahr etwa zehntausend illegal gehandelte Organe transplantiert werden.

Die Gewinne der Händler würden auf insgesamt mehr als eine Milliarde Euro geschätzt, sagte Jagland. Es handle sich um „einen Markt, der dem Gesundheitswesen schadet“.

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