Umfrage: Ein gemeinsames EU-Gesundheitssystem ist möglich [DE]

Beinah die Hälfte (41%) der Meinungsmacher in Brüssel sind der Auffassung, dass die EU-Mitgliedstaaten langfristig durchaus ein gemeinsames Gesundheitssystem aufbauen könnten. 

Health First Europe (HFE), ein Zusammenschluss der Organisationen von Patienten, Medizinern, Pflegepersonal, Wissenschaftlern, Experten und der Industrie, hat 77 Meinungsmacher in Brüssel zu den „wichtigsten gesundheitspolitischen Fragen in der heutigen europäischen Gesellschaft“ befragt.

Zu den Befragten gehören Europaabgeordnete, Kommissionsbeamte, Gesundheitsattachés der Mitgliedstaaten und Vertreter der Industrie. Die Umfrage wurde von dem früheren Kommissar für Gesundheit und Förderer von HFE, David Byrne, unterstützt.

Die Autoren der HFE Gesundheits-Umfrage 2007 „77 EU Opinion Leaders’ Views on the Future of Health“ identifizieren als wichtigste Erkenntnis und “überraschendes Ergebnis”, dass 41% der Befragten ein gemeinsames europäisches Gesundheitssystem für alle Mitgliedstaaten befürworten. Dies zeige, dass in den letzten Jahren ein deutlicher Wandel stattgefunden habe – die europäische Perspektive sei verstärkt worden sowie das Bewusstsein dafür, dass Herausforderungen grenzüberschreitend angegangen werden müssten, so der Bericht.

Bezüglich der Kompetenzen der EU im Gesundheitsbereich zeigt die Umfrage, dass die Mehrheit der Befragten, eine unmittelbare Ausweitung der EU-Kompetenzen bei der Koordinierung von Forschung, Standards und technischen Ressourcen, wie Patientenakten, befürwortet. 33% der Befragten würden eine vertragliche Änderung befürworten, um der EU zu ermöglichen, in allen Bereichen der Gesundheitspolitik tätig zu werden.

Etwa 87% der Meinungsmacher in Brüssel sind der Überzeugung, dass jeder Einzelne zunehmend in Gesundheitsfragen selbst Initiative ergreifen müsse, zum Beispiel durch einen gesunden Lebensstil und eine gesunde Ernährung, Sport und Medikamente. Zudem sind 81% der Meinung, dass Bildung bezüglich Gesundheitsfragen Teil der schulischen Ausbildung sein sollte, sodass gewährleistet ist, dass jeder Einzelne bereits in jungen Jahren auf seine eigene Gesundheit Acht geben kann.

Die Kommission bereitet derzeit ein Weißbuch zu einer umfassenden EU-Gesundheitsstrategie vor, das vermutlich im Juni 2007 verabschiedet werden wird. Es wird einen klare Ansatz und klare Zielvorgaben für Maßnahmen auf EU-Ebene  enthalten, um die Gesundheit der EU-Bürger zu verbessern und zu fördern. Gesundheit wird als ein wichtiger Faktor für eine produktive und wettbewerbsfähige Wirtschaft betrachtet.

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