Studie: Lebensmittelwerbung beeinflusst übergewichtige Kinder [DE]

Psychologen der Universität von Liverpool haben herausgefunden, dass Fernsehwerbung für Lebensmittel den Appetit übergewichtiger Kinder anregt und die Zahl der Kinder, die nach Werbesendungen im Fernsehen essen, mehr als verdoppeln kann.

Dr. Jason Halford, Direktor des  Kissileff-Labors für menschliches Aufnahmeverhalten an der Universität Liverpool sagte, die Studie bestätige, dass TV-Werbung für Lebensmittel nachweisbare Auswirkungen auf das Essverhalten von Kindern habe; es verdoppele ihren Lebensmittelkonsum. Das Ergebnis sei insbesondere interessant im Hinblick auf den vermuteten Zusammenhang zwischen dem Gewicht und der Anfälligkeit, nach Lebensmittelwerbung im Fernsehen zu viel zu essen.

Die Psychologen zeigten einer Gruppe von 60 Kindern zwischen 9 und 11 Jahren aus allen Gewichtsklassen jeweils eine Serie von Werbespots zu Spielzeugen und zu Lebensmitteln, gefolgt von Zeichentrickfilmen. Anschließend beobachteten sie das Essverhalten der Kinder.

Die Essensaufnahme sei nach der Lebensmittelwerbung in allen Gewichtsgruppen – verglichen mit der Spielzeugwerbung – bedeutend höher gewesen. Ihren Beobachtungen nach steigerten fettleibige Kinder ihren Lebensmittelkonsum um 134%, übergewichtige Kinder um 101% und normalgewichtige Kinder um 84%. Zusätzlich wurde den Kindern Nahrung mit unterschiedlichen Fettanteilen angeboten. Die Gruppe der fettleibigen Kinder wählte durchgängig die fettigsten Produkte.

Großbritannien hat kürzlich entschieden, Spots zu ungesunden Lebensmitteln in den Werbepausen zwischen Kindersendungen zu verbieten. Umfragen zeigen jedoch, dass diese Lebensmittelwerbungen Kinder noch immer während der Familiensendungen am Abend erreichen, wenn das Verbot nicht greift.

CIAA, die Verband der europäischen Lebensmittelindustrie, veröffentlichte jüngst einen Bericht  über den Beitrag der Industrie zum Kampf gegen die Fettleibigkeit. Laut dem Bericht hätten viele Lebensmittel- und Getränkehersteller eigene Werbe- und Marketingstrategien entwickelt, die oftmals detaillierte Bestimmungen für das Marketing gegenüber Kindern enthielten.

Mehrere Marken hätten beispielsweise entschieden, ihre Produkte mit hohem Fett-, Zucker oder Salzanteil nicht gegenüber Kindern unter zwölf Jahren zu bewerben.

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