Neue Studie: Saubere Luft macht glücklich

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In London hat es einen vermeintlichen Angriff auf eine Moschee gegeben. [City.and.Color/Flickr]

Stickstoffdioxid in der Luft habe vergleichbare Auswirkungen auf das menschliche Wohlbefinden wie eine Kündigung, eine Trennung oder sogar der Tod des Lebenspartners, betonen Forscher. EURACTIV-Kooperationspartner The Guardian berichtet.

Die aktuelle Studie Can Clean Air Make You Happy? (Kann saubere Luft glücklich machen?) fand einen “signifikanten und negativen Zusammenhang“ zwischen der Zufriedenheit mit dem eigenen Leben und dem Maß an lungenschädlicher Luftverschmutzung. Die Auswirkungen schlechter Luft seien „erheblich und vergleichbar mit den Folgen besonders schwerer Rückschläge im Leben“, so die Forscher.

Sarah J. Knight und Peter Howley von der York University nahmen sich die Daten zur Lebenszufriedenheit der British Household Panel Survey (BHPS) und der UK Household Longitudinal Study (UKHLS) vor. Diese verglichen sie mit den detaillierten Aufzeichnungen zur Luftqualität des britischen Ministeriums für Umwelt, Ernährung und ländlichen Raum.

Die Zahl der Menschen, die Stickstoffdioxiden aus Dieselabgasen ausgesetzt sind, ist weitaus höher als die Zahl der Menschen, die eine Kündigung vom Arbeitgeber erhalten oder eine Trennung durchmachen. Daher gehen Knight und Howley davon aus, dass Emissionseinsparungen das Wohlbefinden der Gesellschaft signifikant steigern können.

Die niedrigsten Stickstoffdioxidwerte lassen sich im Südwesten Englands beobachten. London hingegen verzeichnet die höchste Belastung. Die britische Hauptstadt verfügt sogar über den größten CO2-Hotspot ganz Europas: die Marylebone Road. Hier betrug der Jahresdurchschnitt des Schadstoffes mehr als das Doppelte des zulässigen EU-Grenzwertes.

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Stickstoffdioxide in der Luft sind für mehrere Zehntausend vorzeitige Todesfälle in Europa verantwortlich. Insbesondere in Großbritannien ist die Zahl der Opfer sehr hoch. Ein Großteil der Verschmutzung ist auf Dieselfahrzeuge zurückzuführen, die etwa das Sechsfache der in den Labortests zulässigen Schadstoffmenge produzieren.

2013 starben in Großbritannien laut Europäischer Umweltagentur 11.940 Menschen verfrüht an den Folgen der Stickstoffdioxidverschmutzung – eine Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr, in dem Stickstoffoxide 14.100 Menschen das Leben gekostet hatten. Dennoch liegt das Vereinigte Königreich mit dieser Zahl europaweit nach wie vor auf Platz zwei hinter Italien.

Dieselfahrzeuge produzieren zehnmal mehr giftige Schadstoffe als schwere Nutzfahrzeuge und Busse, wie im Januar veröffentlichte Daten aus ganz Europa bestätigten. Letztes Jahr leitete die EU-Kommission Vertragsverletzungsverfahren gegen Großbritannien und sechs weitere EU-Staaten ein, weil diese im Anschluss an den Volkswagen-Skandal nichts gegen Abgasmanipulationen unternommen hatten.

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