Lebensmittelbehörde: Verbotener Genreis ungefährlich [DE]

Der Verzehr des illegal importierten gentechnisch veränderten Reises aus den USA stellt keine unmittelbare Gefahr dar, so die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) – auch wenn sie nach eigenen Angaben nicht einschätzen könne, mit wie viel Genreis die Verbraucher in Kontakt geraten könnten. 

Das EFSA-Gremium für genetisch veränderte Organismen (GMO) erklärte am 15. September, dass der Verzehr von importiertem Langkornreis, der Spuren der nicht zugelassenen Reissorte LLRICE601 enthalte, für Menschen und Tiere keine unmittelbare Gesundheitsgefahr darstelle.

Wie das Gremium hinzufügte, sei aber wegen fehlender Informationen keine genaue Einschätzung möglich. In den Mitgliedstaaten könne die Verbreitung der Sorte LLRICE601 anhand der vorhandenen Daten nicht genau ermittelt werden und auch der Anteil von LLRICE601 an dem sich in der EU im Umlauf befindlichen Reis sei nicht klar einschätzbar.

Die Erklärung der EFSA folgte auf Anfrage der Kommission, die wissen wollte, ob es wissenschaftliche Gründe für eine Warnung gäbe. Auslösend für die Anfrage war, dass Spuren einer von Bayer CorpScience entwickelten, nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Reissorte aus den USA, in der europäischen Lieferkette aufgetaucht waren. Dieser Fund hatte die Kommission veranlasst, ab dem 23. August systematische Kontrollen an den EU-Grenzen durchzuführen (siehe EURACTIV vom 24. August 2006).

Währenddessen erklärte die Umweltorganisation Friends of the Earth, sie habe bei zwei Stichproben in Morrisons-Filialen Spuren von Genreis gefunden, weswegen der Händler die Produkte aus dem Verkehr ziehen musste. Klar war aber nicht, ob es sich bei den Spuren um die Sorte LLRICE601 handelt. Friends of the Earth hat bei der britischen Food Standards Agency eine Beschwerde eingereicht, was zu einem gerichtlichen Vorgehen gegen die britische Behörde für Lebensmittelsicherheit führen könnte.

Anfang der Woche hatte der Interessenverband Federation of European Rice Millers, der 90 % der europäischen Reishändler vertritt, der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit mitgeteilt, dass von den 162 mit einer anerkannten Methode untersuchten Proben 33 Proben Spuren von  LLRICE601 enthielten (EURACTIV vom 13. September 2006).

 

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