Kommission soll Aktionsplan gegen Krebs entwerfen [DE]

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Täglich werden in Europa mehr als 6 000 neue Krebsfälle diagnostiziert und aufgrund der alternden Bevölkerung wird eine drastische Erhöhung dieser Zahl erwartet. Daher haben sich die EU-Gesundheitsminister nun darauf geeinigt, dass ein gemeinsamer EU-Aktionsplan zum Kampf gegen Krebs notwendig ist.

Jeder vierte Mensch in Europa erkranke an Krebs, daher müsse man dringend alle notwendigen Maßnahmen einleiten, sagte die slowenische Gesundheitsministerin Zofija Mazej Kukovi? am 17. April 2008 während eines informellen Treffens der 27 Gesundheitsminister der EU. Sie betonte insbesondere die Wichtigkeit, das Bewusstsein der jungen Menschen für einen gesunden Lebenswandel zu erhöhen.

Die Minister waren sich über die Notwendigkeit einer umfassenden Strategie sowie eines Aktionsplans einig, der Krebsvorsorge ebenso wie die Früherkennung, Behandlung, Rehabilitation, Schmerztherapie und Forschung einschließen würde. Das Ziel wäre die Senkung der Belastung durch Krebs als auch durch andere chronische Krankheiten.

Die Kommission wurde aufgefordert, einen Aktionsplan zur Kontrolle von Krebs zu entwerfen. Der Rat möchte, dass dieser einen besonderen Schwerpunkt auf Vorsorge legt, da mindestens ein Drittel der Krebserkrankungen verhindert werden könne. 

Ein kürzlich erschienener Bericht der WHO über die Ursachen von Krebs argumentiert, dass der Lebenswandel ein entscheidender Risikofaktor sei. Laut des Berichts seien Zigaretten nach wie vor die meiste Ursache von Krebs, gefolgt von Alkoholkonsum.

Kukovi?, der den anderen Minister die Ergebnisse der jüngsten Konferenz zur europäischen Alkoholpolitik übermittelte, bestätigte, dass Alkohol ein bedeutender Risikofaktor sowohl für Krebs als auch für zahlreiche andere chronische Krankheiten und Schäden darstelle.

Laut der Europäischen Krebspatienten-Koalition würden in der EU-25 jedes Jahr mehr als 2,2 Millionen neue Fälle diagnostiziert und mehr als 1,1 Millionen Todesfälle seien auf die Krankheit zurückzuführen. Zudem warnt die Koalition davor, dass die Zahl der Krebserkrankungen bei Europäern aufgrund der alternden Bevölkerung bis 2015 drastisch zunehmen wird.

Der gegenwärtige Ansatz der EU-Gesundheitspolitik zur Bekämpfung von Krebs konzentriert sich sowohl auf primäre und sekundäre Vorsorge als auch auf die Verbreitung von Informationen, um über Gesundheitsfaktoren aufzuklären, die mit dem Lebenswandel zusammenhängen, wie Tabak, Alkohol, Ernährung und körperliche Aktivität. Die EU versucht, ihre Bürger zu einem gesunderen Lebensstil anzuregen, um so Krebs zu vermeiden. Zudem hat die Kommission eine Empfehlung für Krebsuntersuchungen angenommen und finanziert eine Reihe von Projekten, um ein System zur Beobachtung von Krebs zu entwickeln, mit dessen Hilfe vergleichbare Daten über das Auftreten und den Verlauf von Krebs in Europa gesammelt werden sollen. 

Slowenien hat die Bekämpfung von Krebs zu einer der obersten Prioritäten im Gesundheitsbereich ihrer EU-Ratspräsidentschaft gemacht. Die auf Grundlage der ministeriellen Diskussionen vom 17. April entstandenen Schlussfolgerungen werden Anfang Juni zwecks Annahme durch das Treffen des Ministerrats vorgelegt. 

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