Telemedizin und innovative IKT-Instrumente zur Behandlung chronischer Krankheiten seien der Schlüssel für ein funktionierendes Gesundheitswesen, behaupteten Teilnehmer der jährlichen Konferenz der EU zum Thema E-Health, die in der vergangenen Woche stattfand.
Die Teilnehmer der jährlich stattfindenden Konferenz der EU zum Thema E-Health, während der Stakeholder Erfolge der Anwendung von Informations- und Telekommunikationslösungen im Gesundheitswesen vorstellten, nahmen die Portorož-Erklärung als Grundlage der zukünftigen Arbeit der EU und ihrer Mitgliedstaaten in diesem Bereich an.
Mit der Erklärung, die am 7. Mai 2008 gebilligt wurde, haben sich die 27 Länder der EU sowie die Kommission verpflichtet, funktionierende Initiativen im E-Health-Bereich zu entwickeln, um den Europäern eine „intelligentere Gesundheitsversorgung“ zu bieten. So soll die Kontinuität der Versorgung und der integrierten Gesundheits- und Sozialdienste sichergestellt werden.
Die Erklärung bestimmt drei zentrale Initiativen, die nun in Einklang miteinander in Kraft treten müssten, um den enormen Herausforderungen im Bereich Gesundheit zu begegnen, denen Europa während der kommenden zehn Jahre entgegensieht. Die Initiativen umfassen ein Konzept dafür, wie Telemedizin sowie innovative IKT-Instrumente für die Behandlung chronischer Krankheiten, mehr Forschung und ein transparenter Rechtsrahmen genutzt werden können, um die Verantwortungsbereiche aller im E-Health-Prozess involvierten Beteiligten festzulegen.
Die Kommission bereitet derzeit eine Mitteilung zu Telemedizin und innovativen Technologien für die Behandlung chronischer Krankheiten vor, die vor Ende des Jahres veröffentlich werden soll. Das Ziel ist, die 27 Länder der EU dabei zu unterstützen, Hindernisse einer breiter angelegten Nutzung von Telemedizin – die Gesundheitsversorgung aus der Ferne – zu erkennen und anzugehen und nationale Maßnahmen zu koordinieren.
Ein jüngst veröffentlichter Stakeholder-Bericht des Europäischen Verbandes für Gesundheitstelematik (EHTEL) behauptet, die Gründe für die gegenwärtige Verzögerung einer breiter angelegten Nutzung von Telemedizin seien lange Testphasen für sowohl EU- als auch national finanzierte Pilotprojekte im Bereich Telemedizin, nicht erwiesene Kapitalrenditen und der Mangel an Rückerstattungssystemen für Telemedizin durch Krankenversicherungssysteme.
Dennoch bemerkt der Verband, dass in Europa eine „neue Form“ der Industrie für Gesundheitsdienste entstehe, die hauptsächlich aus KMUs und neuen innovativen Experten für den Gesundheitsdienst zusammengesetzt sei. Damit versuche man, hohe Qualität der medizinischen Betreuung mit Unternehmungssinn und einem vernünftigen Verständnis der Wirtschaft zu verbinden.
E-Health wurde als einer der sechs Bereiche bestimmt, in denen die EU einen innovationsfreundlichen Markt für Unternehmen schaffen will, die neue Produkte und Dienste einführen (siehe EURACTIV vom 7. Januar 2008).

