Bericht fordert erhöhte Rechenschaftspflicht im Gesundheitswesen [DE]

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In einem IBM-Bericht heißt es, dass die Gesundheitssysteme weltweit bis 2015 nicht mehr nachhaltig sein würden, es sei denn, die Regierungen übernähmen neue Rechenschaftsstandards dafür, für was Geld ausgegeben werde. Der Bericht wiederholt hiermit frühere Forderungen nach einer erhöhten Transparenz der Finanzierung der öffentlichen Gesundheit.

Der Bericht „Healthcare 2015: Win-win or lose-lose?“ (Gesundheitswesen 2015 – Sieg oder Niederlage?) über die Nachhaltigkeit von Gesundheitssystemen wurde von IBM Global Business Services veröffentlicht und argumentiert, dass das weltweite Gesundheitswesen sich in einer Krise befinde und bis zum Jahr 2015 unnachhaltig sein werde. 

Laut Bericht könnte dies jedoch verhindert werden, wenn sich die Systeme schnell mit dem neuen Umfeld des Gesundheitswesens auseinandersetzten, das von den Bedingungen der Globalisierung, des Konsumerismus, den Veränderungen in der Bevölkerung (demographischer Wandel), der gestiegenen Belastung durch Krankheit sowie teuren neuen Technologien und Behandlungen bestimmt werde.

Der Bericht drängt auf erhöhte Rechenschaftspflicht im öffentlichen Gesundheitswesen. Er argumentiert weiter, dass dies erreicht werden könne, vorausgesetzt Regierungen hätten eine ganzheitlichere Auffassung von Werten. Sie sollten nicht einfach die episodischen Kosten von Verfahren betrachten, sondern darauf achten, wie Investitionen in qualitativ hochwertige Vorsorge und wie proaktives Management des Gesundheitszustands die Qualität verbessern und dazu beitragen könnten, auf lange Sicht die Kostenstruktur der Behandlung zu minimieren.

Die Autoren unterstreichen ebenfalls die Notwendigkeit, dass Regierungen Anreize für vorbeugende Maßnahmen schafften und die Bürger dazu bewegten, Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen. Dies könne beispielsweise durch eine Änderung des Lebensstils geschehen, indem man das Rauchen aufgebe oder sich sportlich betätige.

Der Bericht erteilt weiterhin detaillierte Empfehlungen, an die sich jeder Stakeholder im Gesundheitswesen halten sollte, einschließlich erhöhter Verbraucherhaftung. In Bezug auf die Bereitstellung der Gesundheitsfürsorge sind die Autoren der Meinung, dass der Fokus momentan zu stark auf gelegentlicher Akutbetreuung liege und sich die Gesundheitsfürsorge in ihrer Art, Methode und in ihren Instrumenten hin zu Vorbeugung und dem Management chronischer Erkrankungen verlagern müsse.

Anfang 2007 wurde vom luxemburgischen Gesundheitsministerium, dem finnischen Innovationsfonds (Sitra) un dem Pharmakonzern Pfizer ein Bericht über die Finanzierung nachhaltiger Gesundheitsvorsorge in Europa veröffentlicht (siehe EURACTIV vom 13. Februar 2007). Dieser hat zum Ziel, die Mitgliedstaaten und die EU in ihrem Anliegen zu beraten, die Produktivität und Effizienz im Gesundheitswesen zu fördern. Der Bericht rief besonders zu erhöhter Transparenz und Offenheit in Bezug auf die Finanzierung des Gesundheitswesens in Europa auf.

Es sei schockierend, wie wenig Indizien man in Europa bezüglich der Frage, wo das Geld hingehe, habe, so Pat Cox, Vorsitzender des Lenkungsausschusses des Projekts. Er fügte hinzu, dass marktbasierte Mechanismen ein viel besseres Preis-Leistungs-Verhältnis erzielen könnten.

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