Der Kontakt mit ‚Phthalaten‘, einer chemischen Komponente, die in einigen aus PVC hergestellten Medizinprodukten enthalten ist, schade der Gesundheit der Patienten. Dies ergab eine Studie eines wissenschaftlichen Ausschusses der EU. Die Ergebnisse erschienen kurz nach einem Verbot von Phthalaten in Spielzeugen, das 2005 verhangen wurde.
‚Phthalate’ sind Chemikalien, die als Weichmacher für Kunststoffe in Produkten wie Kleidung, PVC-Materialien und Lebensmittelverpackungen verwendet werden. Es heißt, dass sie die Gesundheit des Menschen gefährden, indem sie dem Fortpflanzungssystem schaden und das Risiko von Allergien, Asthma und Krebs erhöhen.
Ihre Verwendung bei der Herstellung von Medizinprodukten ist besonders bedenklich, da Risikogruppen, wie Neugeborene, während einer medizinischen Behandlung diesen sehr stark ausgesetzt sein können.
Die Kommission hat den Wissenschaftlichen Ausschuss ‚Neu auftretende und neu identifizierte Gesundheitsrisiken’ (SCENIHR) beauftragt, die Sicherheit von aus PVC hergestellten Medizinprodukten, die mittels des Phthalats ‚DEHP’ erweicht werden, zu untersuchen. Der Bericht erscheint infolge einer ähnlichen Studie von 2002, die ergab, dass es einen Mangel an Daten gebe, um ausreichende Beweise zu liefern, dass eine Verbindung zwischen DEHP-PVC und negativen Auswirkungen auf die Gesundheit bestehe.
Der Bericht, der am 15. Oktober 2007 veröffentlicht wurde, stützt sich auf neue wissenschaftliche Daten, und hat gezeigt, dass der starke Kontakt von Patienten mit Phthalaten während medizinischen Behandlungen – trotz eines Mangels an klinischen Beweisen für negative Auswirkungen auf den Menschen – Grund zur Sorge sei.
Lisette van Vliet von Health Care Without Harm Europe (HCWHE), einer NGO, sagte, der Bericht sei gut, da er anerkenne, dass besonders Frühgeborene einer sehr hohen Dosis DEHP ausgesetzt seien. Diese sei so hoch, dass man jetzt etwas unternehmen müsse, und nicht auf epidemiologische Studien gewartet werden sollte, die noch in weiter Ferne seien.
David Cadogan vom Europäischen Verband der Weichmacher and Zwischenprodukte sagte jedoch, während der Wissenschaftliche Ausschuss seine Bedenken geäußert habe, über die Verwendung in einigen Fällen, wie bei Anwendungen bei männlichen Neugeborenen und Föten, sei der Verband der Meinung, dass diese Bedenken vorsorglich seien, wenn man sie gegen die Beweise aufwiege.
Cadogan fügte hinzu, es gebe einige Weichmacher, die heute zur Verfügung stünden, die weniger schädlich seien als DEHP, aber deren Verwendung sollte – besonders in Situationen mit starkem Kontakt – gewissenhaft gegen den Erfolg, den sie haben könnten, aufgewogen werden.
Stakeholder können sich bis zum 24. November 2007 zu dem Bericht äußern.

