Tschechien soll laut EU Abhängigkeit von gasbasierten Düngemitteln verringern

"Die Priorität der Europäischen Kommission ist es, den Klimaschutz mit der Bereitstellung von Nahrungsmitteln zu verknüpfen und dabei den Einmarsch Russlands in der Ukraine zu bedenken", sagte der Sprecher des Landwirtschaftsministeriums, Vojtěch Bílý. [Shutterstock/VanderWolf Images]

Die Europäische Kommission hat die Tschechische Republik aufgefordert, ihre Abhängigkeit von synthetischen Düngemitteln zu verringern, die hauptsächlich aus russischem Erdgas hergestellt werden.

„Die Priorität der Europäischen Kommission ist es, den Klimaschutz mit der Bereitstellung von Nahrungsmitteln zu verknüpfen und dabei den Einmarsch Russlands in der Ukraine zu bedenken“, sagte der Sprecher des Landwirtschaftsministeriums, Vojtěch Bílý.

Die Kommission warnte Prag in ihrer Stellungnahme zum tschechischen Strategieplan für die Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) auf nationaler Ebene vor einer hohen Abhängigkeit von synthetischen Düngemitteln.

Die Tschechische Republik sei nicht das einzige EU-Land, das von Düngemittelimporten betroffen ist, da die EU etwa ein Fünftel des Düngers aus Russland importiert, so die Umweltorganisation Friends of the Earth.

Nach Ansicht der Kommission sollte das Land ehrgeiziger im Umweltschutz sein, Monokulturen reduzieren und mehr Schutzzonen schaffen.

Wie das Ministerium mitteilte, wird den EU-Ländern empfohlen, „alle Möglichkeiten zu nutzen, um die Widerstandsfähigkeit des Agrarsektors zu stärken“ und „die Produktionskapazitäten auf nachhaltigere Erzeugungsmethoden umzustellen und vermehrt erneuerbare Energien zu nutzen.“

In Bezug auf den tschechischen Strategieplan kritisierte die Kommission auch die vorgeschlagenen Öko-Regelungen, die Landwirt:innen zu einer nachhaltigeren Bewirtschaftung ihrer Flächen anregen sollen.

Friends of the Earth kritisierte den Plan des Landwirtschaftsministeriums ebenfalls. Nach Ansicht der grünen Nichtregierungsorganisation geht der Plan nicht weit genug, um die Probleme der tschechischen Landschaft zu lösen, berichtete die tschechische Nachrichtenagentur.

Die tschechische Regierung hatte ihren GAP-Strategieplan im Januar 2022 vorgelegt und am Mittwoch (27. April) ein Antwortschreiben erhalten. Das Land hat nun drei Wochen Zeit, sich mit den Kommentaren der Kommission auseinanderzusetzen und den Plan entsprechend anzupassen.

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