Horizont Europa eröffnet Finanzierungsmöglichkeiten für Digitalisierung ländlicher Räume

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Dieser Artikel ist Teil des special reports Horizon Europe: Was kann die Landwirtschaft erwarten?

Das wichtigste Forschungsprogramm der EU, Horizont Europa, eröffnet neue Wege, die Digitalisierung des ländlichen Raums voranzutreiben und landwirtschaftliche Technologien zu stärken. Dazu gehören internationale Projekte und Mittel über jene der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) hinaus.

Horizont Europa ist das wichtigste Finanzierungsprogramm der EU für Forschung und Innovation. Es ist für den Zeitraum 2021-2027 mit einem Budget von 95,5 Mrd. Euro ausgestattet – dem höchsten Mehrjahresbudget für die Forschung, das es je gab – was einer Steigerung von 30 % gegenüber dem vorherigen Haushaltsrahmen entspricht.

Dieser Betrag umfasst 5,4 Mrd. Euro aus dem EU-Wiederaufbaufonds, dem historischen Konjunkturprogramm, das verschiedenen Sektoren helfen soll, sich von den durch die Pandemie verursachten Störungen zu erholen.

Mit insgesamt 8,95 Mrd. EUR werden Projekte in den Bereichen Lebensmittel, Bioökonomie, natürliche Ressourcen, Landwirtschaft und Umwelt finanziert, die zu den vorrangigen Bereichen der zweiten Säule von Horizont Europa gehören, die sich mit globalen Herausforderungen und der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie befasst.

Die Projekte dieser zweiten Säule werden international ausgerichtet sein und sich auf nationale Konsortien von Begünstigten konzentrieren, die die Zusammenarbeit zwischen Forschern und Organisationen aus verschiedenen Ländern gewährleisten, so die Europäische Kommission.

Die Mittel von Horizont Europa werden den Mitgliedstaaten nicht zugewiesen. Stattdessen hängt der nationale Betrag davon ab, wie sich die Länder an den EU-finanzierten Programmen beteiligen. Spanien zum Beispiel war in letzter Zeit besonders aktiv und ist das viertgrößte EU-Land mit dem höchsten wirtschaftlichen Ertrag im Haushalt 2014-2020.

Nach Angaben des staatlichen Zentrums für die Entwicklung industrieller Technologien (CDTI) erhielt Spanien im Rahmen des vorherigen EU-Forschungsprogramms Horizont 2020 4,76 Milliarden Euro (10,1 % des gesamten Forschungsbudgets), hinter Deutschland (16,4 %), dem Vereinigten Königreich (14 %) und Frankreich (12,3 %), basierend auf den Zahlen bis 2019.

Auch für CDTI erhielt Spanien allein im Jahr 2019 Zuschüsse in Höhe von 1,1 Mrd. EUR, der höchste Betrag, den Spanien in einem einzigen Jahr aus dem Forschungsrahmenprogramm erhalten hat.

Innovative Lösungen für eine nachhaltige Landwirtschaft 

Horizont Europa soll Wissen und innovative Lösungen hervorbringen, um den Übergang zu einer nachhaltigen Bewirtschaftung der Ressourcen zu beschleunigen. Dazu gehören Maßnahmen zur Förderung von Umweltveränderungen und Klimaneutralität in der Land- und Ernährungswirtschaft, Viehzucht, Forstwirtschaft und Fischerei.

Das Europäische Innovations- und Technologieinstitut (EIT) ist eine unabhängige Einrichtung der EU, die einen Teil der EU-Forschungsgelder, wie beispielsweise Horizont Europa, verwaltet.

Das EIT ist in acht Gemeinschaften unterteilt und umfasst Unternehmen, Bildungszentren und Forschungslabors. Es stellt eine Gemeinschaft für die Wertschöpfungskette der Agrar- und Ernährungswirtschaft dar und ist Europas führende Initiative für Lebensmittelinnovation.

Das EIT-Lebensmittelzentrum für Südeuropa hat seinen Sitz in der Viscaya, und seine Direktorin Begoña Pérez-Villarreal erklärte gegenüber EFEagro, dass Horizont Europa „eine große Zahl“ bedeute, und betonte, dass „die Herausforderung in der Fähigkeit der Akteure der Agrar- und Ernährungswirtschaft liegt, Konsortien zu bilden und auf Gelegenheiten zu reagieren.“

Die Welt des Unternehmertums in der Agrar- und Ernährungswirtschaft habe in den letzten drei Jahren eine „ausgezeichnete Verbesserung“ erfahren, fügte sie hinzu: „Das ist ein unaufhaltsamer Wettlauf.“

EIT Food hilft den Unternehmen, sich an der offenen Innovation zu beteiligen, um ihre Integration in das industrielle Gefüge zu fördern, fügt sie hinzu.

Pérez-Villarreal erläuterte, dass EIT Food als Beschleuniger für Projekte zur Entwicklung von Unterstützungsplänen für Unternehmerinnen, KMU und Start-ups in der Landwirtschaft fungiert und dabei besonderes Augenmerk auf Technologien zur Nutzung von Wasser legt.

Das Hauptaktionsfeld der Initiative sind Business-to-Business-Geschäfte (B2B), die neue Technologieunternehmen mit traditionellen, aufgeschlossenen Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft verbinden.

Laut Pérez-Villarreal öffnet Horizont Europa eine weitere finanzielle Tür für die Landwirtschaft in einem wettbewerbsorientierten Umfeld, in dem die besten technologischen Ideen einen Zuschuss erhalten, wenn sie eine nationale oder internationale Wirkung haben.

„Der Agrarsektor ist offen, aber er muss sich noch mehr öffnen“, schloss sie.

Digitalisierung der Landwirtschaft: Mission impossible?

Bundeslandwirtschaftsministerium und EURAGRI laden zu einer Online-Konferenz zum Thema “Digitale Transformation der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette” ein. Nachholbedarf gibt es im Agrarsektor dabei reichlich, aber was können Politik und Forschung tun, um das Problem effektiv zu bewältigen?

[Bearbeitet von Gerardo Fortuna/Zoran Radosavljevic]

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