Rund ums Geld: Was ist die nächste GAP wert?

Bei einem kürzlich durchgeführten Quiz von EURACTIV haben nur 58,8 Prozent der Befragten korrekt angegeben, wie viele Mittel des EU-Haushalts in die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) gehen. Nur knapp zwei Drittel wussten, welches der GAP-Finanzinstrumente das größte ist. In dieser Infografik erläutert EURACTIV genau, wie viel Geld in der nächsten GAP-Förderperiode wohin fließen wird.

Die Einigung über die Reform des EU-Agrarsubventionsprogramms – die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) – wurde am 2. Dezember 2021 formell angenommen.

Der neue Rechtsrahmen, der im Jahr 2023 in Kraft treten und bis 2027 laufen soll, soll den Weg für eine gerechtere, grünere und leistungsorientiertere GAP ebnen.

Aber wie viele Mittel werden in der nächsten Periode für diese Politik bereitgestellt? Und welcher Mitgliedstaat wird das größte Stück vom Kuchen abbekommen?

Der am 17. Dezember 2020 verabschiedete mehrjährige Finanzrahmen (MFR) der EU für die Jahre 2021-27 beläuft sich auf 1,21 Billionen Euro (zu laufenden Preisen). Hinzu kommen 808 Milliarden Euro aus dem befristeten Finanzinstrument „Next Generation EU“ – dem Konjunkturpaket der EU zum Wiederaufbau nach der Corona-Pandemie.

Die Gesamtmittel für die Gemeinsame Agrarpolitik belaufen sich auf 386,6 Milliarden Euro, die sich in zwei Fonds aufteilen (die oft als die „zwei Säulen“ der GAP bezeichnet werden).

Bei der ersten handelt es sich um einen Fonds für Direktzahlungen an Landwirt:innen, der zusammen mit den Marktmaßnahmen die sogenannte „erste Säule“ bilden. Die „zweite Säule“ der GAP umfasst die Unterstützung für die ländliche Entwicklung.

Für die nächste GAP-Periode wurden Mittel in Höhe von 387 Milliarden Euro bereitgestellt.

Diese Gelder stammen aus zwei verschiedenen Fonds: dem Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft (EGFL), der mit 291,1 Milliarden Euro (zu laufenden Preisen) ausgestattet ist, und dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER), der mit 95,5 Milliarden Euro dotiert ist.

Das Budget für den ELER umfasst auch 8 Milliarden Euro aus dem „Next Generation EU“-Programm, um die ländlichen Gebiete bei den notwendigen strukturellen Veränderungen zu unterstützen, damit die Ziele des Europäischen Green Deals und des digitalen Wandels erreicht werden können.

Mehr Flexibilität

Diesmal haben die EU-Länder etwas mehr Spielraum bei der Finanzierung der GAP erhalten, damit sie diese besser an die Prioritäten ihres Agrarsektors anpassen können.

Vor allem können sie bis zu 25 Prozent ihrer GAP-Mittel zwischen Einkommensstützung und ländlicher Entwicklung umschichten.

Die EU-Mitgliedstaaten können auch zusätzliche Flexibilitäten in Anspruch nehmen, beispielsweise für Maßnahmen zur Förderung von Umwelt- und Klimazielen oder zur Unterstützung von Junglandwirt:innen.

In der Zwischenzeit sollen die GAP-Strategiepläne ab dem 1. Januar 2023 umgesetzt werden.

In diesen Plänen, die eine der wichtigsten Neuerungen der GAP-Reform 2023-2027 bilden, legen die EU-Länder detailliert dar, wie sie die neun EU-weiten Ziele der reformierten GAP erreichen und gleichzeitig die Bedürfnisse der Landwirt:innen und der ländlichen Gemeinden berücksichtigen wollen.

Die strategischen Pläne der GAP werden ein höheres Maß an Flexibilität zwischen den beiden Fonds ermöglichen und die Ambitionen des Europäischen Green Deal einbeziehen, insbesondere die Vorzeigepolitik der EU im Bereich Lebensmittel und Landwirtschaft: die Farm-to-Fork-Strategie.

Insgesamt sind 40 Prozent der gesamten GAP-Ausgaben für Klimaschutzmaßnahmen vorgesehen.

Fahren Sie mit der Maus über die Karte, um die Aufteilung des Gesamtbudgets für die GAP-Reform auf die einzelnen Mitgliedstaaten einzusehen.

[Bearbeitet von Zoran Radosavljevic]

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