Die Alpenrepublik am Weg vom Kultur- zum Forschungsland

Österreichs Bildungsminister Heinz Faßmann. [EPA-EFE/CHRISTIAN BRUNA]

Mozart, Strauß und Schuhplattler sind längst nicht mehr das Charakteristikum für Österreich. Das Alpenrepublik kann auch Highlights auf dem Forschungsgebiet vorweisen.

Die Qualität des Bildungswesens wird entscheidend für das Bestehen Europas im globalen Wettbewerb. Mehr noch, die Zukunft Europas kann nur durch die Forschung abgesichert werden, so Österreichs Bildungsminister Heinz Faßmann bei einer Diskussionsveranstaltung in Klosterneuburg. Bei dieser Gelegenheit verwies er vor allem auf einen Erfolg der österreichischen Ratspräsidentschaft. So sei es gelungen, für das Forschungsrahmenprogramm der EU ein Budget von rund 100 Milliarden Euro für sieben Jahre zu vereinbaren. Es bedarf nur noch der Beschlussfassung durch das Parlament.

Forschung in die Gesellschaft exportieren

Österreich ist mittlerweile nicht mehr nur ein Kunst- und Kulturland, sondern auch ein Forschungsland. Mit jährlichen Forschungsausgaben in der Höhe von elf Milliarden Euro nimmt die Alpenrepublik in Europa nach Schweden den zweiten Platz ein. Weltweit rangiert man an zehnter Stelle. Ausschlaggebend dafür sei, dass Forschung nicht nur an den Universitäten sondern auch an den Fachhochschulen, in privaten Forschungseinrichtungen und in den Unternehmen betrieben wird. Notwendig sei es nun, so Faßmann, für einen verbesserten Output zu sorgen. Soll heißen, die Ergebnisse der Forschung müssen auch in die Gesellschaft exportiert und von der Wirtschaft umgesetzt werden. Insgesamt leide Österreichs Forschung nicht an der Finanzierung sondern an der Fragmentierung. Er werde deswegen „aber nicht mit der Machete durch den Dschungel gehen“, sondern auf Überzeugungsarbeit setzen, betonte der Minister.

FPÖ-Minister sorgt für Aufreger

Wieder einmal sorgt Österreichs Innenminister Herbert Kickl  (FPÖ) für einen Aufreger. Diesmal geht es um die Basis des Rechtsstaates.

Vorrang für Zugangsmanagement bei den Unis

Verbesserungsbedarf besteht bei den Universitäten insofern, als dass die Prüfungsaktivitäten gesteigert werden sollten. Eine Art Kampfansage an die Bummler. Derzeit werden pro Semester rund 55.000 Studenten registriert, aber nur 35.000 schließen das Semester am Ende auch ab. In der Konsequenz werden durchschnittlich 5,6 Semester für ein Master- und acht für ein Bachelorstudium benötigt. Das liegt deutlich über dem Durchschnitt der EU.

Dass eine Reihe von Studienängen überlaufen sind, will Faßmann allerdings nicht mit der Schaffüung zusätzlicher Kapazitäten beantworten. Vielmehr will er beim so genannten Zugangsmanagement ansetzen. Konkret heißt dies, dass man – was in vielen Ländern Gang und Gäbe ist – das Ausweichen auf andere, weniger überlaufene Studiengänge ebenso fördert wie die Mobilität an nicht wohnortnahe Universitäten.

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Seit dem Wochenende steht fest, dass die EU-Wahl in Österreich vor allem im Zeichen des Duells ÖVP vs. FPÖ stehen wird. Für die Oppositionsparteien eine schwierige Situation.

Von der Schul- zur Bildungspflicht

Ein besonderes Augenmerk gilt dem Schulwesen und hier wiederum der Migrationsproblematik. Österreich ist, wie die Statistik belegt, ein Einwanderungsland geworden. In den letzten zehn Jahren sind 550.000 Menschen aus dem Ausland zugezogen, zwei der 8,5 Millionen Einwohner haben Migrationshintergrund. So zeigt sich, dass Kinder, deren Muttersprache mit der Unterrichtssprache nicht identisch ist, im vierten Schuljahr beim Bildungsniveau noch zwei Jahre im Rückstand sind. Das hat wiederum zu Folge, dass am Ende der neunjährigen Pflichtschulzeit elf Prozent der Schüler (auch hier wiederum sind Migranten überdurchschnittlich stark vertreten) keinen positiven Abschluss vorweisen können beziehungsweise keine weitere Ausbildung mehr verfolgen. Daher wird nun Wert insbesondere auf eigene Deutsch-Förderklassen und darauf gelegt, die Schul- um die Bildungspflicht zu erweitern. Diese reicht über das 15te Lebensjahr hinaus.

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