Bundesregierung möchte neue europäische Weltraummission

Zwei Astronauten aus Deutschland und Frankreich nehmen an Tests auf der Insel Lanzarote teil. [Elvira Urquijoa/ epa]

Die Bundesregierung möchte den Anstoß zu einer neuen Mondmission geben. Zusammen mit anderen Mitgliedsstaaten könnte das beim Ministertreffen der europäischen Raumfahrtbehörde ESA geschehen.

Bei dem ESA-Ministertreffen am 27. und 28. November in Sevilla solle der Auftrag für eine Studie zu einer Roboter-Mission auf den Mond erteilt werden, sagte der Luft- und Raumfahrtkoordinator der Bundesregierung, Thomas Jarzombek, am Dienstag in Berlin. Diese solle aber auch anderen europäischen Nationen offenstehen. Mit einer Entscheidung über die Mission werde dann 2022 gerechnet, sagte Walther Pelzer, Vorstandsmitglied des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Deutschland und Frankreich hatten am 16. Oktober bei dem deutsch-französischen Ministerrat den Anstoß für eine solche Mondmission gegeben.

Europa will den Weltraumfriedhof aufräumen

Die Menge an Weltraummüll, die um die Erde schwebt, hat einen kritischen Punkt erreicht. Mittlerweile stellt der Weltraumschrott ein Risiko für andere Raumfahrzeuge und Satelliten dar und es wurden menschliche Anstrengungen zur Bekämpfung der Sicherheitsbedrohung im Weltraum dringlicher.

Bei dem ESA-Treffen wird entschieden, in welchen Bereichen künftig das Geld für die europäische Raumfahrt investiert werden soll. Jarzombek widersprach dem Vorwurf des BDI, dass die Regierung ihre ESA-Mittel gekürzt habe. Gegenüber dem Etatansatz von 2018 für die Jahre 2020 und 2021 habe es sogar eine Steigerung gegeben. Nun stünden aus dem Wirtschaftsministerium jeweils 855 Millionen Euro zur Verfügung. Dazu kämen noch Mittel aus dem Verkehrsministerium. Die Bundesregierung wolle einen Schwerpunkt auf die bessere Beteiligung des Mittelstandes in Raumfahrtprogramme legen.

Etliche Länder haben ihr Weltraumengagement in den vergangenen Jahren deutlich verstärkt. Der BDI fordert einen eigenen deutschen Weltraumbahnhof für sogenannte Micro-Launcher, mit denen kleine Satelliten ins All befördert werden können.

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