Ermittler haben ein europaweites Netzwerk von Betrügern aufgedeckt. In Italien wurden gestern 23 Verdächtige festgenommen, die insgesamt 53 Millionen Euro an EU-Fördermitteln für Forschungsprojekte erschlichen haben sollen. Weitere Ermittlungen laufen in Großbritannien, Frankreich, Griechenland, Österreich, Schweden, Slowenien und Polen.
Die EU gibt jährlich mehrere Milliarden Euro aus, um grenzüberschreitende Projekte zu unterstützen. Betrüger in mehreren EU-Ländern haben indes das System über Jahre hinweg ausgenutzt. Das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) hat den nationalen Behörden Ende 2008 erste Indizien vorgelegt. Gestern haben die italienischen Behörden zugegriffen und 23 Verdächtige festgenommen. Allein in Italien sind 22 Projekte betroffen, für die die EU-Kommission 53 Millionen Euro überwiesen hat. Mit gefälschten Dokumenten, fiktiven oder überhöhten Rechnungen, teilweise an Scheinfirmen, haben die Betrüger das Forschungsbudget der EU angezapft.
Betrugsnetzwerk
Die verdächtigen Unternehmen haben dabei ein regelrechtes Betrugsnetzwerk aufgebaut. Sie sollen sich bei den kriminellen Aktivitäten gegenseitig gedeckt haben. "Die verdächtigen Betrugsaktivitäten wurden in einer sehr ausgeklügelten Form organisiert, um die Kontrollmechanismen der Kommission zu umgehen. Einige dieser Methoden werden auch für die Geldwäsche und andere organisierte Formen der Kriminalität verwendet", heißt es in einer Erklärung von OLAF.
In anderen Ländern werden die Ermittlungen fortgesetzt, bestätigte heute ein OLAF-Mitarbeiter gegenüber EURACTIV.de. Das Betrüger-Netzwerk betrifft offenbar private und öffentliche Institutionen und Unternehmen in Italien, Großbritannien, Frankreich, Griechenland, Österreich, Schweden, Slowenien und Polen.
mka
Links
OLAF: Italian authorities investigate suspected fraud network in EU-funded research projects (4. Mai 2011)

