Konfetti-Attacke auf Mario Draghi bei EZB-Pressekonferenz

Eine Frauenrechtsaktivistin hat am Mittwoch für Aufregung bei der Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank (EZB) gesorgt.

Kurz nach Beginn der Rede von Präsident Mario Draghi sprang eine junge Frau auf das Podium in der Frankfurter EZB-Zentrale. Sie schrie „End ECB Dictatorship“ („Beendet die EZB-Diktatur“) und warf dabei mit Konfetti und Papier um sich. Im Internet bekannte sich die Protestgruppe Femen zu der Aktion, die für spektakuläre Auftritte bekannt ist. In der Vergangenheit hatten Femen-Aktivistinnen etwa mit entblößtem Oberkörper für die Rechte von Frauen demonstriert. Die junge Frau wurde rasch von Sicherheitskräften überwältigt und aus dem Saal getragen. Draghi setzte seine Rede nach kurzer Unterbrechung fort.

Ein Sprecher der Frankfurter Polizei sagte, es handele sich um eine 21-jährige Frau aus Hamburg. Sie sei in Gewahrsam genommen worden und werde nun befragt. In einer EZB-Mitteilung hieß es, die Aktivistin habe sich nach ersten Erkenntnissen als Journalistin für eine Medienorganisation registriert, die sie aber nicht repräsentiert habe. Wie alle Besucher sei sie vor dem Eintritt in das Gebäude einer Identitätsprüfung unterzogen worden. Sie sei durch einen Metalldetektor gegangen und ihre Tasche sei geröntgt worden.

Pressekonferenzen der obersten europäischen Währungshüter sind normalerweise eine eher trockene Angelegenheit. Die dort akkreditierten Journalisten berichten normalerweise über komplexe Themen der Geldpolitik. Draghi zog auf der Veranstaltung eine Zwischenbilanz zu dem massiven Anleihekaufprogramm der Zentralbank. Die Investmentbank ING kommentierte den Zwischenfall mit den Worten: „Die restliche Pressekonferenz konnte mit der Aufregung der ersten Minuten nur schwer mithalten.“

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