Wie willkommen sind Investoren aus China?

DISCLAIMER: Die hier aufgeführten Ansichten sind Ausdruck der Meinung des Verfassers, nicht die von EURACTIV Media network.

Belastung für Chinas Wirtschaft: mit rund 450 Milliarden Dollar würden die geplanten US-Zölle auf chinesische Waren zu Buche schlagen. [@Ilia Torlin/Shutterstock]

Ein lokaler Streit um den offiziell angestrebten Bau eines Hafenterminals in Hamburg durch Investoren aus China entzweit die Gemüter an der Elbe. Wird die Freie und Hansestadt zum Spielball strategischer Interessen aus Peking?

 In Hamburg ist ein heftiger Streit über den möglichen Einstieg chinesischer Investoren für ein vollautomatisches Abfertigungsterminal im Hafen entbrannt. Widerstand gegen das von Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) favorisierte Projekt kommt vor allem von den tonangebenden Hafenbetrieben HHLA und Euro­gate. In einem „Brandbrief“ äußern sie die Sorge, dass die Chinesen den Alteingesessenen einen großen Anteil an Umschlagsmengen im Containergeschäft wegschnappen könnten.

Die Beschwerdeführer argumentieren verständlicherweise rein vom Eigeninteresse gesteuert. Eine perspektivisch weiter gefasste Ausleuchtung des Themas wirft jedoch ein grelles Schlaglicht auf die strategisch motivierte Wirtschaftsoffensive der Volksrepublik China. Laut Fachmagazin „Splash Maritime and Offshore News“ sind die Chinesen derzeit weltweit auf Einkaufstour, speziell in Häfen. Innerhalb von einem Jahr investierten sie dafür über 20 Mrd. US$ und verdoppelten damit den Einsatz.

Hinter dem Hamburger Streit um einen Terminalbau von Chinesen – an dem auch Onlinemilliardär Jack Ma vom Versandhaus Alibaba beteiligt ist – steckt letztlich ein Puzzlestück für das ehrgeizige chinesische Jahrhundert-Projekt „One Belt, One Road“ („Ein Band, eine Straße“, 一帶一路 / 一带一路). Dieses hat zum Ziel, zwischen Europa, Afrika, Asien und China ein interkontinentales Infrastruktur-Netz aufzubauen.

Mit seiner „neuen Seidenstraße“ will Chinas Staatschef Xi Jinping knallhart künftige Absatzmärkte erschließen. Das lässt er sich 900 Milliarden US$ kosten. Es ist das größte Entwicklungsprogramm seit dem Marshallplan – und reicht eben auch bis nach Norddeutschland.

Für Hamburg, Deutschland und Europa stellt sich bei dem lokal erscheinenden Streit somit nicht einfach nur die Frage, ob ein neues Terminal im Hamburger Hafen eine unerwünschte Konkurrenz zu alteingesessenen Schiffsabfertigern schafft. Es geht vielmehr um eine politische Grundsatzpositionierung: soll die chinesische Expansion gefördert werden oder läuft sie deutschen und europäischen Interessen zuwider?

 

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