Die Industriebetriebe im Euroraum schlossen das Jahr 2023 mit rückläufigen Zahlen ab. Im Dezember ging die Wirtschaftstätigkeit den 18. Monat in Folge zurück, wie aus einer Umfrage hervorgeht. Es gibt kaum Anzeichen für eine baldige Erholung der Wirtschaft.
Der letzte HCOB-Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe im Euroraum, der von S&P Global erhoben wurde, stieg zwar im Dezember auf 44,4 (November: 44,2), blieb aber deutlich unter der Marke von 50 Punkten, ab der Wachstum angezeigt wird.
Eine vorläufige Prognose ging von keiner Veränderung gegenüber des Wertes vom November aus.
Der Index zur Messung der Produktion, der in den am Donnerstag erscheinenden zusammengesetzten PMI einfließt und als Indikator für wirtschaftliche Gesundheit gilt, sank auf 44,4 gegenüber dem Novemberwert von 44,6. Er lag jedoch über der Schnellschätzung von 44,1.
Dieser negative Trend deutet stark auf einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts im Euroraum im letzten Quartal hin, sagte Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank. Offiziellen Daten zufolge ging die Wirtschaftsleistung des Euroraums im dritten Quartal um 0,1 Prozent zurück. Ein zweites Quartal mit schrumpfender Wirtschaftsleistung würde somit eine Rezession bedeuten.
„Angesichts des anhaltenden Abschwungs im verarbeitenden Gewerbe des Euroraums hat sich der HCOB-PMI im Vergleich zum November kaum verbessert. Es zeichnet sich ein düsteres Bild für den Euroraum ab und würde bedeuten, dass der Euroraum im dritten Quartal in eine Rezession eingetreten ist“, sagte de la Rubia.
Laut einer Reuters-Umfrage von Anfang Dezember wird der Euroraum mit 20 Ländern eine kurze und flache Winterrezession erleben.
Der anhaltende Rückgang der Auftragseingänge verlangsamte sich im vergangenen Monat zwar leicht, blieb aber wie im gesamten Jahr 2023 unter der Schwelle von 50 Punkten. Der Teilindex stieg auf 42,0 von zuvor 41,5 Punkten.
„Die geringen Auftragseingänge spiegeln die düstere Stimmung wider und sind fast genauso schnell zurückgegangen wie im Vormonat“, fügte de la Rubia hinzu.
Der Index des Auftragsbestands zeigt, dass ein Großteil der Dezember-Aktivitäten durch die Abwicklung alter Aufträge generiert wurde. Dies deutet darauf hin, dass die Hersteller keine baldige Verbesserung der Lage erwarten können und den siebten Monat in Folge Arbeitsplätze abbauen.

