Weidmann warnt vor „irrationalen Inflationsängsten“

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Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat die Geldpolitik der EZB gegen Kritik vor allem aus Deutschland in Schutz genommen.

Derzeit gebe es keinen Grund von einer steigenden Teuerung auszugehen, weshalb die lockere Geldpolitik der Euro-Notenbank gerechtfertigt sei, sagte Jens Weidmann am Donnerstag in Berlin. "Mit meinem Kollegen Mario Draghi stimme ich vollkommen darin überein, dass es keinen Grund gibt, irrationale Inflationsängste zu pflegen."

Allerdings bleibe der Kampf gegen Inflation stets ein Thema für die Geldpolitik und dürfe nicht vernachlässigt werden: "Ich plädiere dafür, die Dinge nüchtern zu analysieren und auch langfristige Gefahren für die Preisstabilität im Blick zu behalten."

Genauso wenig wie ein Anstieg der Preise zu erwarten sei, scheine ein Abrutschen der Preise auf breiter Front gegenwärtig wahrscheinlich, sagte Weidmann. Angesichts der konjunkturellen Lage sei damit das Risiko einer deflationären Entwicklung in der gesamten Euro-Zone "begrenzt". "Auch dieses Gespenst löst sich bei nüchterner Betrachtung in Luft auf." Die EZB hatte ihren Leitzins zuletzt auf 0,25 Prozent gekappt.

EURACTIV/rtr

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